Zwischen Call-Center und Ochsenkarren
Ein Karren zuckelt die Straße entlang. Die Hörner der vorgespannten weißen Ochsen sind rot bemalt, die hölzernen Reifen quietschen bei jeder Umdrehung, und obenauf sitzt ein magerer Bauer mit Turban. Dicht hinter ihm klebt ein schneller Neuwagen japanischen Fabrikats. Am Steuer eine wütende Frau im Abendkleid, die hupt und in ihr Handy schreit. Ihre Welt ist so schnell wie ihr Auto, nur steht manchmal eben ein Ochsenkarren im Weg. Indien prägt eine Mannigfaltigkeit an Lebensformen, wie sie im Westen kaum vorstellbar ist.
Auf der einen Seite moderne Großstädte voller IT-Unternehmen, Call-Center und Karrierefrauen. Keine fünfzig Kilometer weiter ein Dorf ohne Elektrizität und Wasserleitungen, in dem die weiblichen Neugeborenen nach der Geburt ertränkt werden, weil der Vater sich die Mitgift nicht leisten kann. Hier wird mit Vieh gepflügt und auf Feuer gekocht, dort servieren Diener Pizza und Pepsi, während man sich durch hundert Kabelkanäle zappt. Zwischen Hightech und archaischer Dorfwelt leben viele in religiöser Askese oder bettelnder Armut; gleichzeitig wächst stetig eine neue Mittelschicht heran.
Diese Vielfalt der sozialen Gegensätze reflektieren auch die darstellenden ...
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Castorf forever
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