Der Menschensammler
Das Theater», so lautet das Credo von Kurt Hübner auch heute noch, «sollte versuchen, zur Qualität zu aktivieren, Maßstäbe zu setzen, die Mit-telmäßigkeit bloßzustellen und die
Lächerlichkeit ausgeleierter Denkklischees zu zeigen. Es sollte gegen sich selbst noch kritischer sein als gegen andere.»
Rechtzeitig zum 90. Geburtstag des Schauspielers, Regisseurs und langjährigen Intendanten Kurt Hübner am 30.
Oktober 2006 ist ein Buch mit Beiträgen von Theatermenschen erschienen, die von dem Jubilar entdeckt oder gefördert wurden und mit ihm zusammen hauptsächlich am Ulmer und Bremer Theater (1959–1973) und gelegentlich noch an der Berliner Freien Volksbühne (1973–1986) die westdeutsche Theatergeschichte maßgeblich geprägt haben. Zu denen, die es wissen und kundtun, was sie Kurt Hübner schulden, zählen Peter Zadek, Wilfried Minks, Jürgen Rose, Peter Stein, Johannes Schaaf, Hans Hollmann, Andrea Breth, Klaus Michael Grüber, Hans Kresnik, Hans Neuenfels, Hannelore Hoger, Elisabeth Orth, Edith Clever, Jutta Lampe, Bruno Ganz, Friedhelm Ptok, Vadim Glowna, Margit Carstensen. Lebten sie noch, würden gewiss R. W. Fassbinder, Peter Palitzsch, Norbert Kappen und Ulrich Wildgruber ebenfalls ...
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Das Raffinierte an Woody-Allen-Witzen ist, dass man immer denkt, man müsse das doch eigentlich auch können. Dieses wuselige Umformen alltäglicher Misslichkeiten und Neurosen zu Pointen. Was natürlich nicht stimmt. Aber dass man dazu jüdisch sein und in New York leben muss, stimmt ebensowenig. Von London aus geht es auch. Schon seinen letzten Film, «Match Point» von...
Die Direktion Herbert Föttingers in der Josefstadt beginnt wenig überraschend: Der Vorhang geht auf. Die Art und Weise aber, wie der Eiserne an diesem Abend geöffnet wird, hat durchaus symbolischen Charakter: Die Schauspieler selbst sind es, die den schweren Stoff mühevoll nach oben stemmen, und wenn er dann endlich in lichte Höhen entschwindet, bestaunen sie...
Welch Schauspiel, aber ach – kein Schauspiel, nein. Ein undurchdringlich schwarzer Raum öffnet sich vor erwartungsvollem Blick. Wuchtige, gleichfalls schwarze Mauern, variabel, an den Seiten. Hier agieren sie – Dirk Glodde (Faust) und Ahmad Mesgarha (Mephistopheles) in grauem Schlabberlook, verdammt ins ewig Leere. Einziger Zufluchtsort des meditierenden Faust...
