Zwei Mütter braucht das Land
Gleich beim ersten Gespräch in Addis Abeba überrascht der Taxifahrer mit der Nachricht, dass Krieg im Land herrsche. «Nicht hier in Addis», sagt er auf der nächtlichen Fahrt über die von doldenartigen Straßenlaternen im Dubai Style taghell beleuchtete Straße vom Bole International Airport in die Innenstadt. «Aber auf dem Land. Ich habe meine Mutter, die im Norden lebt, seit vier Jahren nicht mehr gesehen, weil es einfach zu riskant ist: Wenn du an einem Checkpoint auf dem Weg dorthin die falsche Sprache sprichst, wirst du erschossen.
»
Tatsächlich ist die Lage in einigen Regionen Äthiopiens instabil. Offiziell gilt zwar der blutige Bürgerkrieg im nördlichen Tigray, dem zwischen 2020 und 2022 eine halbe Million Menschen zum Opfer fielen, als beendet. Doch immer wieder flackern Konflikte auf; ebenso in den Regionen Amhara und Oromo. Seit 1991 eine Koalition aus Freiheitsbewegungen (EPRDF) die kommunistische Militärdiktatur ablöste, drohen immer wieder ethnische Konflikte die nationale Einheit zu sprengen. Obwohl der seit 2018 regierende Premierminister Abiy Ahmed wegen seines Engagements für die Aussöhnung mit Eritrea den Friedensnobelpreis erhielt, ist das Verhältnis zum ...
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Theater heute März 2026
Rubrik: International, Seite 50
von Eva Behrendt
Nein, Aaron ist kein toxischer Mann, der vom moralischen Bühnen-Hochsitz aus in Grund und Boden kritisiert werden müsste. Kein Richard III. oder schlimmer, niemand, den man dringend umerziehen sollte zum besseren Menschen, und übrigens auch keiner, der transgenerationale Traumata mit sich herumschleppt oder andere stark belastende Zivilisationsschäden – sondern das...
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