Züricher Revisionen
Ausgerechnet am Tag nach der Botho-Strauß-Premiere «Nach der Liebe beginnt ihre Geschichte» brachte der Zürcher «Tagesanzeiger», von seinen Lesern liebevoll «Tagi» genannt, auf seiner Savoir-vivre-Seite drei Beispiele für «Liebe und Arbeit in Personalunion». Vorgestellt wurden ein «Kunst-Paar», ein «Design-Paar» und ein «Gastro-Paar», jeweils seit 15, elf und acht Jahren glücklich zusammen lebend und wirkend. Das Kunst-Duo Sabina Lang und Daniel Baumann wurde mit seinem Expo.
02-Projekt «Hotel Everland» in Yverdon berühmt, die Designerehe hat unter anderem die VIP-Räume von UBS Private Banking Basel sowie diverse Büros von Novartis ausgestattet, und Hotelfachfrau Sieglinde Zottmaier und Spitzenkoch Andreas Caminada betreiben seit ein paar Jahren höchst erfolgreich den gemeinsamen Hotel-Restaurantbetrieb Schloss Schauenstein in Fürstenau.
Das «Experiment» oder auch das «Schwierigste, was ich je inszeniert habe», wie Intendant und Regisseur Matthias Hartmann das neue Strauß-Stück eine paar Tage vorher in eben jenem «Tagi» genannt hat, hätten die drei Eheunternehmen sofort verstanden. Es geht nämlich – bei Strauß – um einen 51-jährigen Architekten und Stadtplaner Arthur Stephan, ...
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Corinna Harfouch hat bereits einige der sperrigsten Frauenfiguren gespielt, die die deutsche Geschichte hergibt: Eva Braun auf der Bühne, Magda Goebbels und Vera Brühne im Film. In Dagmar Knöpfels «Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern» spielt sie nun zur Abwechslung eine tschechische Dichterin des 19. Jahrhunderts, aber man erkennt sofort, warum Frau...
Mit Vater ist nicht mehr viel los. Er hängt nur noch apathisch rum und redet häufiger mal wirr. Wenn er mit seinen alten Herren zusammen ist, schlagen sie kräftig über die Stränge. Und furchtbar launisch ist er geworden. «Vater, du bist alt. Vater, du wirst peinlich.» So muss es kurz vor der Abschiebung ins Pflegeheim zugehen, oder eben vor der Abschiebung König...
Ulrich Matthes, der den Shylock in der «Kaufmann von Venedig»-Inszenierung des Deutschen Theaters spielt, hat, so mein Eindruck, sorgfältig überlegt, klug durchdacht und hart daran gearbeitet, wie man der heiklen und alle Kräfte und Künste herausfordernden Rolle des jüdischen Geldverleihers beikommt, den seine «christlichen» Konkurrenten, die venezianischen...
