Zubereitungen zum Kriege
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei es nur, um die Monster der Zeit mit dem Zauberspruch «Ridikkulus» zu bannen. Doch davon später.
Jan-Christoph Gockel, Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen und Spezialist für große Themen in unübersichtlicher Gemen -gelage, hat sich der Herausforderung gestellt und dafür Schillers «Wallenstein»-Trilogie tatsächlich nicht nur zum Ausgangspunkt, sondern in weiten Teilen wörtlich zur Grundlage eines siebenstündigen Theater-Marathons mit drei Pausen gemacht (die es nicht unbedingt alle gebraucht hätte).
Sein «Schlachtfest in sieben Gängen» ist keine Apotheose der gemeinschaftsstiftenden Kraft des Theaters, wie vor sieben Jahren Christopher Rüpings zehnstündige Antiken-Befragung «Dionysos Stadt» am gleichen Ort, die nach allem Atriden-Gemetzel mit einem Sonnenaufgang endete. Eher so etwas wie ein Stresstest für die ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
5. nach Hub, Das letzte Schaf
R. Anja Junski
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
13. Krasznay-Krausz, Die gelbe Lilie (DE)
R. Christian von Götz
AUGSBURG, STAATSTHEATER
13. Baudy, Tatort Augsburg Folge 9: Walsturz (U)
R. David Ortmann
BASEL, THEATER
12. Schamoni und Ensemble, Die Ritter des Mutterkorns
R. Rocko Schamoni
BAUTZEN,...
Das Buch beginnt mit einem Verrat. Keinem erheblichen, nur einem kleinen Diebstahl zu Schulzeiten und seiner Verleugnung. Aber das Motiv ist sorgsam gesetzt und stellt zugleich den Anschluss an einen zentralen Topos der Zeit vor 1989 her, als Verdacht und Verrat zum täglichen Geschäft gehörten, als man auf des Messers Schneide lebte, in einem «Krieg ohne Schlacht»...
Die Idee kam dem Autor Thomas Melle schon vor 20 Jahren: eine Suizidklinik, die Depressiven und Todessehnsüchtigen ein paar letzte Simulationen des Glücks verschafft. Allerdings unterschreiben die Insassen, Klienten, Patienten – das ist gerade ihnen nicht immer klar – einen Kontrakt, dass sie nach ein paar Monaten dann auch abtreten müssen. Die Institution wird vom...
