Zubereitungen zum Kriege
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei es nur, um die Monster der Zeit mit dem Zauberspruch «Ridikkulus» zu bannen. Doch davon später.
Jan-Christoph Gockel, Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen und Spezialist für große Themen in unübersichtlicher Gemen -gelage, hat sich der Herausforderung gestellt und dafür Schillers «Wallenstein»-Trilogie tatsächlich nicht nur zum Ausgangspunkt, sondern in weiten Teilen wörtlich zur Grundlage eines siebenstündigen Theater-Marathons mit drei Pausen gemacht (die es nicht unbedingt alle gebraucht hätte).
Sein «Schlachtfest in sieben Gängen» ist keine Apotheose der gemeinschaftsstiftenden Kraft des Theaters, wie vor sieben Jahren Christopher Rüpings zehnstündige Antiken-Befragung «Dionysos Stadt» am gleichen Ort, die nach allem Atriden-Gemetzel mit einem Sonnenaufgang endete. Eher so etwas wie ein Stresstest für die ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
Am Nachmittag des 15. August berühren sich auf dem Peetri Plats in Narva zwei unterschiedliche soziale Choreografien im öffentlichen Raum – zwei performative Inszenierungen von «Grenze». Zur Eröffnung der dritten Ausgabe des Vabaduse, sprich: Freiheits-Festivals führt die pakistanische Kompagnie Nulljohn ihre Tanz-Performance «The Zero Line» auf, umgeben von...
In Arthur Schnitzlers «Reigen» sagt in der fünften Szene der Ehemann zu der jungen Frau: «Uns wird das, was man so gemeinhin die Liebe nennt, recht gründlich widerwärtig gemacht; denn was sind das schließlich für Geschöpfe, auf die wir ange -wiesen sind!» Die beiden haben sich zusammengefunden, obwohl sie nicht zusammen -gehören. Sie werden wieder auseinander...
Es beginnt mit einer Absage. «Sorry», sagen die beiden israelischen Theatermacher Ido Shaked und Hannan Ishay, «aber unser Stück kann leider nicht stattfinden». Die Bühne im Leipziger «Westflügel» sieht aus wie ein Probenraum nach dem letzten Brainstorming, mit Stühlen, Stelltafel und einer Leiter, auf der ein palästinensisches Fußballtrikot platziert ist...
