Zubereitungen zum Kriege
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei es nur, um die Monster der Zeit mit dem Zauberspruch «Ridikkulus» zu bannen. Doch davon später.
Jan-Christoph Gockel, Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen und Spezialist für große Themen in unübersichtlicher Gemen -gelage, hat sich der Herausforderung gestellt und dafür Schillers «Wallenstein»-Trilogie tatsächlich nicht nur zum Ausgangspunkt, sondern in weiten Teilen wörtlich zur Grundlage eines siebenstündigen Theater-Marathons mit drei Pausen gemacht (die es nicht unbedingt alle gebraucht hätte).
Sein «Schlachtfest in sieben Gängen» ist keine Apotheose der gemeinschaftsstiftenden Kraft des Theaters, wie vor sieben Jahren Christopher Rüpings zehnstündige Antiken-Befragung «Dionysos Stadt» am gleichen Ort, die nach allem Atriden-Gemetzel mit einem Sonnenaufgang endete. Eher so etwas wie ein Stresstest für die ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
BASEL, FONDATION BEYELER bis 25.1.26, Yayoi Kusama
Die Retrospektive der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama (*1929, Matsumoto) gewährt Einblick in über sieben Jahrzehnte künstlerisches Schaffen in Malerei, Skulptur, Installationen, Zeichnung, Collage, Happenings, Live-Performances, Mode und Literatur und wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum Ludwig in Köln und...
Machtkartelle kuscheln ja gerne auf dem Golfplatz. Aber was, wenn der Quell wechselseitiger Zuneigung versiegt, wenn die Dividendenlieferanten aus der Öl-, Atom- und Autoindustrie in ihren aufgeblähten Breitcordanzügen zusammensacken und die Folgen der Green Economy bejammern? Dann ist Herr Käsch not amused. Renditebremser ernten vom Großmeister des Kapitals eine...
Im Roman ist der Gärtner das Bindeglied. Als stummer Gestalter kümmert er sich unbeirrbar um Bäume, Beete und Bienen auf dem Grundstück am Scharmützelsee, egal ob der Kaiser, die Republik, die Nazis, der Sozialismus oder im wiedervereinigten Deutschland gewählte Parteien das Sagen haben. Auch im Schauspiel Hannover werkelt Kilian Ponerts Gärtner an Schilfbüscheln...
