Zubereitungen zum Kriege
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei es nur, um die Monster der Zeit mit dem Zauberspruch «Ridikkulus» zu bannen. Doch davon später.
Jan-Christoph Gockel, Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen und Spezialist für große Themen in unübersichtlicher Gemen -gelage, hat sich der Herausforderung gestellt und dafür Schillers «Wallenstein»-Trilogie tatsächlich nicht nur zum Ausgangspunkt, sondern in weiten Teilen wörtlich zur Grundlage eines siebenstündigen Theater-Marathons mit drei Pausen gemacht (die es nicht unbedingt alle gebraucht hätte).
Sein «Schlachtfest in sieben Gängen» ist keine Apotheose der gemeinschaftsstiftenden Kraft des Theaters, wie vor sieben Jahren Christopher Rüpings zehnstündige Antiken-Befragung «Dionysos Stadt» am gleichen Ort, die nach allem Atriden-Gemetzel mit einem Sonnenaufgang endete. Eher so etwas wie ein Stresstest für die ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
John von Düffel, der neue Hausherr am Bamberger Theater, richtet zu Beginn seiner Intendanz den Blick nach Osten. Ob das programmatisch ist, wird sich zeigen, auf jeden Fall geht es in den ersten beiden Produktionen nach Tschechien, Prag und ganz bewusst um das poetische Erzählen, das man dort zu jeder Zeit ein wenig anders, geheimnisvoller beherrschte und...
Illo, Isolani, Octavio und Max Piccolomini – Wallensteins Generäle und Offiziere in Schillers dreiteiligem Kriegsdrama spielen in Jan-Christoph Gockels Inszenierung an den Münchner Kammer-spielen Annette Paulmann, Katharina Bach, Annika Neugart und Johanna Eiworth. Aber wie spielt man einen solchen Mann ganz konkret? Und was geht einer dabei durch den Kopf? Ein...
Drei Bräute schreiten die Treppe im Hamburger Malersaal hinab, mit ordentlich Tüll und tiefen Dekolletées. Und Richard Wagner begleitet sie dabei, mit «Tristan und Isolde». Auf einem Podest angekommen, erklärt eine der Bräute: Dieser Auftritt sei ein Verweis auf Lars von Triers «Melancholia». Schließlich erzähle der Film von einer depressiven jungen Frau, die das...
