Kinder der Ordnung

Wolfgang Engler reflektiert sein Leben in der Komfortzone des Globalen Nordens

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Das Buch beginnt mit einem Verrat. Keinem erheblichen, nur einem kleinen Diebstahl zu Schulzeiten und seiner Verleugnung. Aber das Motiv ist sorgsam gesetzt und stellt zugleich den Anschluss an einen zentralen Topos der Zeit vor 1989 her, als Verdacht und Verrat zum täglichen Geschäft gehörten, als man auf des Messers Schneide lebte, in einem «Krieg ohne Schlacht» (in den Worten von Heiner Müller).

Dem Verrat, von dem Wolfgang Engler in seiner Autobiografie «Brüche. Ein ostdeutsches Leben» schreibt, geht das martialische Pathos ab. Aber das macht es nicht minder schmerzlich.

Das Buch ist eine Abrechnung mit sich selbst, mit dem Verrat an der eigenen Herkunft. Der große Soziologe und langjährige Rektor der Schauspielschule «Ernst Busch» schildert sich als intellektuellen Einzelgänger, als Wendegewinnler, als Privilegier -ten, der früh der «arbeiterlichen Gesellschaft» Ost entwuchs und jetzt nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben den Blick zurückwendet und nach seinen Wurzeln forscht. Der «Spiegel» hat Engler soeben ein intimes Porträt gewidmet, das den Denker in einer labilen Phase zeigt: zerrissenen, vereinsamt, nervlich angeschlagen. Englers Buch erzählt selbst davon, auch von ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 47
von Christian Rakow

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Agaue
Teiresias
Kadmos
Pentheus
Dionysos
Boten
Jemand
Stimmen
Chor

1
(Stimmen.)
 

Haben wir kein Essen mehr

Doch, aber nur ein Viertel für jeden

Das reicht mir aber nicht

Dann geh raus und hol dir was
Hier drinnen ist alles rationiert
Aus guten Gründen

Ich kann nicht
Draußen ist etwas

Dann bestell dir was
Bestell’s dir irgendwoher, wie du magst, die Welt ist klein
...

Vorschau und Impressum TH 12/25

Pläne der Redaktion
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