Kinder der Ordnung
Das Buch beginnt mit einem Verrat. Keinem erheblichen, nur einem kleinen Diebstahl zu Schulzeiten und seiner Verleugnung. Aber das Motiv ist sorgsam gesetzt und stellt zugleich den Anschluss an einen zentralen Topos der Zeit vor 1989 her, als Verdacht und Verrat zum täglichen Geschäft gehörten, als man auf des Messers Schneide lebte, in einem «Krieg ohne Schlacht» (in den Worten von Heiner Müller).
Dem Verrat, von dem Wolfgang Engler in seiner Autobiografie «Brüche. Ein ostdeutsches Leben» schreibt, geht das martialische Pathos ab. Aber das macht es nicht minder schmerzlich.
Das Buch ist eine Abrechnung mit sich selbst, mit dem Verrat an der eigenen Herkunft. Der große Soziologe und langjährige Rektor der Schauspielschule «Ernst Busch» schildert sich als intellektuellen Einzelgänger, als Wendegewinnler, als Privilegier -ten, der früh der «arbeiterlichen Gesellschaft» Ost entwuchs und jetzt nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben den Blick zurückwendet und nach seinen Wurzeln forscht. Der «Spiegel» hat Engler soeben ein intimes Porträt gewidmet, das den Denker in einer labilen Phase zeigt: zerrissenen, vereinsamt, nervlich angeschlagen. Englers Buch erzählt selbst davon, auch von ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 47
von Christian Rakow
Als Angela Merkel im September 2015 mit leichtherzig blauäugigem Lächeln verkündete «Wir schaffen das!», kam das für Delschad Numan Khorschid genau zwölf Jahre zu spät. Vielmehr hatte er es bereits selbst geschafft – auf gefährlichsten Wegen, über weite Strecken allein aus dem östlichen Irak bis an eine Berliner Schauspielschule. Die erste Schule überhaupt, die er...
Agaue
Teiresias
Kadmos
Pentheus
Dionysos
Boten
Jemand
Stimmen
Chor
1
(Stimmen.)
Haben wir kein Essen mehr
Doch, aber nur ein Viertel für jeden
Das reicht mir aber nicht
Dann geh raus und hol dir was
Hier drinnen ist alles rationiert
Aus guten Gründen
Ich kann nicht
Draußen ist etwas
Dann bestell dir was
Bestell’s dir irgendwoher, wie du magst, die Welt ist klein
...
Pläne der Redaktion
Richard Foreman war ein halbes Jahrhundert lang New Yorker Avantgarde. Sein ontological-hysteric Theater, ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Text, Figur, Requisit, Ton und Musik, hat schon dekonstruiert, bevor es den Begriff gab. Eine Erinnerung
Die Neuen kommen: In Nürnberg hat Lene Grösch das Schauspiel übernommen, in Freiburg heißt der...
