Zeigt eure Klasse!
Wie fühlt es sich eigentlich an, in einem der größten zusammenhängenden Betonfundamente Euro - pas – dem Hannoveraner Ihme-Zentrum – aufzuwachsen? «Betonklotz 2000» erzählt die Geschichten vier junger Menschen, für die dieses, einst als utopisches Stadtkonzept geplante Bauwerk, soziale Ungleichheit und Realität bedeutet. Zwischen Verfall und Gentrifizierung betrachten die Jugendlichen den Klotz und sehen: Eltern, die sich bemühen. Ein Fundament, das bröckelt. Freund:innenschaften, die verbinden. – Ihr Zuhause.
Geschichten über Menschen aus Arbeiter: -innen- oder Armutshaushalten lassen sich nicht reduzieren auf Kategorien von Unten und Oben, Aufstieg und Versenkung. So abgenutzt diese Projektionsflächen von Armut zwar scheinen, so haben sie doch noch lange nicht an Macht über die von ihnen geotherten verloren. Das beweist Autorin Jona Rausch in ihrem ersten Text für die Bühne, ganz ohne den Drang, sich in akademischen Diskursschleifen über Klassismen zu verlieren. Ihr Zugang zur Theorie zeigt sich in einer intelligenten, feinfühlig-verspielten Unvermitteltheit, die Diskurs und Handlung miteinander vereint.
Denn Theorie bedeutet neben Stärkung vor allem Schutz. Viele ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 156
von Saskia Jabłonska
Endlich erhält in den letzten Jahren die Frage, wie Menschen mit Behinderungen in den Theatern sichtbar werden und aktiv vorkommen können, zunehmend die dringend gebotene Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Diskurs. Gleichzeitig gibt es bisher noch immer wenige dramatische Texte, die sich mit dem Komplex Inklusion auseinandersetzen. Der 1987 in Bochum gebore -ne...
Was hat mich getriggert …? Mmmhh … also getriggert, das ist ja, wenn wohlerzogene, etablierte Männer aus Autos steigen und … Und sich plötzlich wie wahnsinnige Halbstarke beleidigen. Wenn Fahrradfahrer Autofahrern durchs offene Fenster Morddrohungen zurufen. Wenn jemand in einer Wartetraube in einem Handystore eine Panikattacke bekommt, weil die Servicekraft privat...
Um sich eine Menge Ärgernisse zu ersparen, nutze ich diese Textfläche im schönen Theaterheute-Jahrbuch, um meine Erfahrungen zum Thema schwanger sein als Schauspielerin zu teilen. Denn: Sichtbarkeit ist eine Währung, die höher ist als die nächste NV-Bühne-Gagen-Erhöhung.
«Oh du bist schwanger, das ist aber toll. Herzlichen Glückwunsch! Ohhh, du spielst aber gerade...
