Zehenspiele
Das Verhältnis zwischen Bildender Kunst und Theater ist prekär. Zwar wird mittlerweile kaum eine Biennale oder Ausstellung ohne einen Beitrag aus dem performativen Bereich eröffnet, und auch das Theater sucht, wenn auch leidenschaftsloser, die Nähe zu Installation und neuen Medien sowie Rezeptionsformen der Kunst. Doch selten gelingen Arbeiten, in denen sich Kunst und Schauspiel stimmig und auf Augenhöhe begegnen.
Von einer solchen Begegnung mit dem Titel «Aufräumarbeiten im Wasserfall» ist nun aus Bern zu berichten, der ersten Zusammenarbeit zwischen der Tänzerin Anna Huber und dem Künstler Yves Netzhammer im Rahmen der «Zeitgenössischen Schweizer Tanztage». Netzhammer hat das Spielfeld für den solistischen Auftritt seiner Kollegin in die kahle Turbinenhalle der Dampfzentrale implementiert.
Auf dem Boden ist ein Raster aus sechs Mal sieben Quadraten mit Holzstäben ausgelegt. Orangefarbene Ballons an den Kanten markierten den Handlungs- und Bewegungsraum der Tänzerin Anna Huber, während die Hallenrückwand die eigentliche Domäne des Künstlers Yves Netzhammer reklamiert: Hier werden im Verlauf des Abends computeranimierte Landschaften, Interieurs und Stillleben projiziert, und, auch ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Max Glauner
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Franz WilleHasko Weber, Sie haben angekündigt, in zwei Jahren als Stuttgarter Schauspielintendant aufzuhören – nach dann insgesamt acht Jahren als Theaterleiter. Warum das? Es läuft doch gerade so gut.
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Zu Beginn noch einmal einer dieser magischen Momente, die das Theater des Dieter Dorn in den 1980er Jahren (damals noch an den Münchner Kammerspielen) berühmt gemacht haben: Die leere Bühne, aufgerissen bis zur weißgetünchten Brandmauer, ein wenig Nebel über den Brettern, so dass einen prä-paradiesischen Augenblick lang an diesem wüsten Ort alles möglich scheint....
