Kiel: Zukunft von gestern
Funktioniert Science Fiction im Theater? Schwierig. Laurie Pennys «Everything belongs to the future» ist als Roman eine durchaus beunruhigende Dystopie, in der die Menschheit das Altern aufhalten konnte, zumindest für den Teil, der sich eine Droge namens «The Fix» leisten kann. Die Wohlhabenden verbringen ihre Tage faltenfrei zwischen Sport, Müßiggang und Feierabendcocktail, während die Mehrheit der Gesellschaft vor sich hinvegetiert und irgendwann stirbt. Eine verhältnismäßig hilflose Widerstandsgruppe gegen diese Zustände ist auch bald korrumpiert.
Klappt das auch auf der Bühne?
2018 entdeckte Laura N. Junghanns den Stoff fürs Theater Dortmund mit Freude an den technologischen Möglichkeiten, die die am Haus gepflegte Ästhetik bietet. In Kiel bedient sich Annette Pullen zwar der Fassung von Junghanns, nimmt sich des Stoffs allerdings mit traditionelleren Theatermitteln an: Ausstatterin Nina Sievers hat drei Inseln auf die winzige Studiobühne gebaut und das Publikum dazwischen verteilt; ansonsten wird ganz konventionell gespielt – ohne Videos, ohne virtuelle Realität. Die auf das reine Spiel konzentrierte Inszenierung besticht so einerseits durch eine nicht uninteressant ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Falk Schreiber
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Sie tragen Mundschutz. Auf einem Fernseher im Hintergrund laufen Corona-News. Aber noch sind die Theater offen und das Ganze eben nur ein Spiel – das fünf Tage später vorbei sein wird. Seit Mitte März dürfen die Theater in Berlin keine Zuschauer mehr empfangen: Corona-Zwangs-Pause. Doch das ist an diesem Abend im Deutschen Theater noch nicht klar. Keiner weiß, dass...
Eva Behrendt Herzlichen Glückwunsch zur Auswahl – und dazu, dass die Quote mit sechs Inszenierungen von Regisseurinnen sogar übererfüllt wurde. Wie ist das gelungen?
Margarete Affenzeller Eigentlich war’s ganz leicht. Es war in letzter Zeit kaum noch die Rede von der Quote, auch nicht in der Schlussdiskussion. Wir waren uns schon im Mai, als Yvonne Büdenhölzer...
