Würde der Frauen
Das Verhängnis drängt schwer von der Decke. Zehn massive Baumstümpfe hängen an eisernen Ketten aus dem Schnürboden und schweben knapp über dem Boden. Ob Hackstöcke oder erdrückende Stempel – an soviel geballter Symbolkraft kann man sich mehr als nur die Finger verklemmen. Bühnenbildner Florian Etti hat das Schweizer Emmental zwischen die sonst leeren Hubpodien des Kleinen Hauses verlegt; die hydraulische Kunstlandschaft verändert sich szenengenau und maschinenpräzise: Naturgewalt mit modernster Steuertechnik.
So zivilisiert und ökonomisch hat Regisseur Burkard C.
Kosminski auch das Spiel der Darsteller arrangiert. Einsamkeitsschwanger im Raum verteilt wird das Bergvolk in kargen Ausdruck geschnitzt. Edgar M. Böhlke leiht Vater Jakob gebeugte Haltung von lebenslanger Bauernfron und erledigt aufkommende Autoritätsprobleme mit Donnerstimme und blitzenden Blicken unter buschigem Augenbrauengestrüpp. Pfarrer Hofmann säuselt von Amts wegen gekonnt im Predigerton, aber der Mann kann auch anders. Dann drehschraubt Rüdiger Hacker den verspannten Körper eines unterm Moralmantel begrabenen Pädophilen in die Pirouetten der Begehrlichkeit. Florian, der dritte Mann im Stück und Hannas Hoffnung ...
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Das Raffinierte an Woody-Allen-Witzen ist, dass man immer denkt, man müsse das doch eigentlich auch können. Dieses wuselige Umformen alltäglicher Misslichkeiten und Neurosen zu Pointen. Was natürlich nicht stimmt. Aber dass man dazu jüdisch sein und in New York leben muss, stimmt ebensowenig. Von London aus geht es auch. Schon seinen letzten Film, «Match Point» von...
Ein Karren zuckelt die Straße entlang. Die Hörner der vorgespannten weißen Ochsen sind rot bemalt, die hölzernen Reifen quietschen bei jeder Umdrehung, und obenauf sitzt ein magerer Bauer mit Turban. Dicht hinter ihm klebt ein schneller Neuwagen japanischen Fabrikats. Am Steuer eine wütende Frau im Abendkleid, die hupt und in ihr Handy schreit. Ihre Welt ist so...
Am Anfang war die Idee. Keine besonders gute, wie sich im Nachhinein herausstellte. Aber das konnte das Team um den neuen Basler Schauspieldirektor Elias Perrig ja kaum ahnen. Es ging darum, die Saison im Jahr eins nach dem Abschied von Lars-Ole Walburgs – und zuvor Stefan Bachmanns – ruhmreichem Ensemble zu planen. Nichts kniffliger als das. Schließlich hatte sich...
