Nix Pudel

Goethe «Faust – der Tragödie erster Teil»

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Welch Schauspiel, aber ach – kein Schauspiel, nein. Ein un­durch­dring­­lich schwarzer Raum öffnet sich vor erwartungsvollem Blick. Wuchtige, gleichfalls schwarze Mauern, variabel, an den Seiten. Hier agieren sie – Dirk Glodde (Faust) und Ahmad Mesgarha (Mephistopheles) in grauem Schlabberlook, verdammt ins ewig Leere. Einziger Zufluchtsort des meditierenden Faust – ein klobig-roher Quader nahe der Rampe, das bewuss­te Fläschchen klaubt er aus einer Bühnenritze.


Artig aufgereiht auf den ersten beiden Parkettreihen die Damen und Herren des Kammerchores Pesterwitz, als Ersatz für eine Halbgardine hinauf oder herab bewegt. Sanft schmei­cheln alte Weisen – vom schönsten Wiesen­grunde und aufgehendem Mond. Verknappt die Personnage. Der apart distinguierten Christine Hoppe fällt der Rollen fast ein halbes Dutzend zu: Zueignung, Direktor, Der Herr, Erdgeist, das Hexeneinmaleins. Eine glänzende Sprecherin ist sie. Und überhaupt: sprechen, sprechen, sprechen!
«Ich war trunken von Sprache», gesteht der inszenierende Intendant Holk Freytag und schildert im Programmbuch, dass er als Zehnjähriger eine Sendung des Westdeutschen Rund­funks erlebte, mit Erich Ponto als Mephisto und Horst Caspar als ...

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Theater heute November 2006
Rubrik: Chronik, Seite 43
von Erika Stephan

Vergriffen
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