Happy End nicht vorgesehen
Gegen das Vergessen!» – so lautete einst der Leitgedanke der künstlerischen Auseinandersetzungen mit Faschismus, Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg. Es ist ein Appell, dem die bleierne Zeit der fünfziger Jahre wie ein Negativabdruck eingeschrieben ist, weil sich das Ausrufezeichen gegen eine Gesellschaft wandte, die sich nicht erinnern wollte – zum übergroßen Teil aus dem Grund, dass man selbst noch allzu genau Bescheid wusste, schließlich war man dabeigewesen.
Im Pathos der Parole «Gegen das Vergessen!» kommt deshalb auch eine Angst zum Ausdruck, die alles andere als unbegründet war: Wenn nicht entgegen dem Druck zur allgemeinen Verdrängung an die Verbrechen und Schreckenstaten erinnert würde, dann würden diese schon bald aus der Geschichtsschreibung des «Täterlandes» verschwinden. Noch in den Siebzigern war dies eine ganz reale Sorge.
Heute, über 60 Jahre nach Kriegsende, belegt ein Blick ins Fernsehprogramm vermeintlich das glatte Gegenteil. So viel Erinnern war nie: Eine Geschichtsdokumentation nach der anderen beschäftigt sich mit Hitlers Umfeld (auch wenn es die in diesem Kontext oft spöttisch zitierte Folge «Hitlers Hunde» noch nicht gegeben hat), und ein «Eventfilm» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Theater», so lautet das Credo von Kurt Hübner auch heute noch, «sollte versuchen, zur Qualität zu aktivieren, Maßstäbe zu setzen, die Mit-telmäßigkeit bloßzustellen und die
Lächerlichkeit ausgeleierter Denkklischees zu zeigen. Es sollte gegen sich selbst noch kritischer sein als gegen andere.»
Rechtzeitig zum 90. Geburtstag des Schauspielers, Regisseurs und...
Woran liegt es, wenn es wieder einmal hakt im Hirn? Wenn sich angesichts der leeren Bühne oder des weißen Papiers alle Ideen ganz hinten im Gestrüpp der grauen Zellen versteckt zu haben scheinen? Handelt es sich in solchen Fällen tatsächlich um voll zurechnungsfähiges menschliches Versagen? Oder bloß um einen akuten Mangel an bestimmten Neurotransmittern in unserem...
Irgendwann am Eröffnungsabend sagte der neue Intendant, er wolle «kein hippes Theater» machen. Mit Blick auf das Mitte-Völkchen aus Kunst, Politik und Journaille, das sich währenddessen im lichtergeschmückten Garten des Maxim Gorki Theaters tummelte, zwischen zehn Premieren an sechs Spielorten hin- und herschwirrte und sich pudelwohl zu fühlen schien, klang das...
