Wo verläuft die rote Linie?
Eva Behrendt Sie haben ein Stück über den Schwarzen Block geschrieben, also über den Teil der Linken, dem Radikalität und Militanz zugeschrieben wird. Wie kam es dazu?
Kevin Rittberger Ich würde sagen, ich habe ein Stück über entschlossenen Antifaschismus geschrieben. Die Idee zum Stück entstand 2017 unmittelbar nach dem G20-Gipfel in Hamburg, wo über 31.000 Polizist*innen die Chefs der größten Wirtschaftsmächte vor 80.000 Demonstrierenden abschirmten.
Der Schwarze Block war damals der Diskussionsanker, nicht nur in der Öffentlichkeit als Fokus der Dämonisierung und Kriminalisierung von linkem, antikapitalistischem Protest, sondern auch innerhalb der Linken, als Frage, wie funktionstüchtig oder effizient der Schwarze Block noch ist. Er ist ja auch ein Phantom, ein inflatable object – es gab in Hamburg tatsächlich überdimensionale schwarze und silberne Luftwürfel, mit denen die Demonstranten quasi ironisch über ihren Köpfen spielten.
EB Ich erinnere mich offen gestanden vor allem an ein im Netz kursierendes Video, indem schwarz vermummte Demonstranten in den frühen Morgenstunden Autos oder Schaufensterscheiben zertrümmern ...
KR Der Chronologie nach war das aber schon eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2020
Rubrik: Das Stück, Seite 44
von
In Zusammenarbeit mit dem Theatermuseum Wien hat die slowakische Akademie der Wissenschaften einen von Miloš Mistrík zusammengestellten Band über «Max Reinhardt und Bratislava/Pressburg» herausgegeben, der der Herkunft der jüdischen Familie Goldmann aus dem slowakischen Städtchen Stampfen in der Nähe der damals Königlichen Freistadt Pressburg mit mehrheitlich...
Roberto Blanco und Billy Mo, Boney M. und Tic Tac Toe: Schwarze Musiker*innen haben deutsche Kulturgeschichte geschrieben – auch wenn das im öffentlichen Bewusstsein nicht präsent ist. Um diesen Teil unserer Geschichte ins kollektive Gedächtnis zu rufen, wurde im August in Frankfurt ein neues, temporäres Museum eröffnet: das «Deutsche Museum für Schwarze...
Die Bühne leer, der Zuschauerraum zu einem Drittel besetzt: Premieren in Corona-Zeiten. So sieht es auch zu Beginn beim «Geizigen» aus, Leander Haußmanns Bubenstück fürs Hamburger Thalia Theater, fünf Wochen lang per Zoom geprobt, bevor es auf die Bühne ging. Auf der jetzt geküsst und gestritten wird im gebotenen Mindestabstand von 1,50 m. Und lange vor allem...
