Freie Szene: Neuer Brutplatz
Wenn der Hausbesitzer renoviert, ist das für die Mieter nicht unbedingt eine gute Nachricht. Es könnte teuer werden. Genau das ist dem Wiener Koproduktionshaus Brut passiert, das sich seinen Stammsitz, das Theater im Künstlerhaus, nicht mehr leisten kann. Schuld daran ist ironischerweise ein Kunstmäzen: der Unternehmer Hans Peter Haselsteiner, mit seinem auf 1,8 Milliarden Euro geschätzten Vermögen einer der reichsten Bürger Österreichs.
Mit der «Sammlung Essl» hatte Haselsteiner 2014 eine der bedeutendsten Sammlungen österreichischer Gegenwartskunst erworben; um diese auch angemessen präsentieren zu können, schloss er mit der Republik Österreich und dem Museum Albertina einen Deal ab: Die Albertina übernimmt die Sammlung als Dauerleihgabe und zeigt sie im Künstlerhaus, das in «Albertina modern» umbenannt wird. Das wiederum war nur möglich, weil Haselsteiner auch im Künstlerhaus groß eingestiegen war: Das 1868 errichtete und bis heute von einer Künstlervereinigung betriebene Ausstellungshaus im Zentrum der Stadt hatte zwar viel Tradition, aber wenig Geld und bröckelte vor sich hin. Haselsteiner finanzierte die Generalsanierung (Kosten: mehr als 50 Millionen Euro) und übernahm im ...
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Theater heute November 2020
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Wolfgang Kralicek
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