Wo ist die Achillesferse?

Am Nationaltheater Mannheim bespielt die Schauspielerin Shirin Ali die ganze Klaviatur der Gefühle

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Dieser Hamlet ist ein Wunderbündel: gleichermaßen kindlich wie pubertär, altklug wie grübelnd, wissend wie nachdenklich, gerissen wie sensibel, burschikos wie elegant. Die junge Schauspielerin Shirin Ali, die den Prinzen in Nuran David Calis’ aktueller Mannheimer Inszenierung spielt, beherrscht die ganze Klaviatur der Emotionen und das Dazwischen. Switcht glaubwürdig von der Aggression in die Verletzlichkeit, von der Verträumtheit in die Euphorie, ist mal garstiges, mal knuddeliges, mal Schutz begehrendes Kind.

Sucht ständig nach Ventilen für seine Dauerwut, die sich gegen alles und nichts richtet, findet keine Erdung – und mordet.

Shirin Ali, als Berufsanfängerin seit der Spielzeit 2024/25 fest im Ensemble des Mannheimer Nationaltheaters, ist dort im Dauer -einsatz: als Louise in «Kabale und Liebe», als Shirin in «Druck!», als Sky in «Slippery Slope». Sie kann auch schreiend komisch sein auf der Bühne: als Bobtschinsky, unterwürfiger wie aufmüpfiger Depp vom Dienst in «Der Revisor», oder als kurz vor dem Nervenzusammenbruch explosiv austickende Pressefrau Jean in den «Schattenpräsidentinnen». Die Lucy in der «Dreigroschenoper» spielt Ali so schön überdreht und so voller Energie, ...

SHIRIN ALI, geboren 2000 in Miami, aufgewachsen in Hamburg und Wolfenbüttel, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie in ihrem ersten Festengagement am Nationaltheater Mannheim, wo sie (oben) 2024 als Lucy in Brecht/Weills «Die Dreigroschenoper», Regie Christian Weise, auf der Bühne stand

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Theater heute April 2026
Rubrik: Akteure, Seite 28
von Verena Großkreutz

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