Wo geht’s hier zur Performance?

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Das Publikum hat sich zur angekündigten Uhrzeit in der Halle eingefunden und harrt der Dinge. Doch vom «performativen Programm», das hier stattfinden soll, ist weit und breit keine Spur. Nach zehn Minuten wendet sich schließlich eine Frau – anscheinend eine der Künstlerinnen – an die Wartenden. «Are you looking for the performance?», fragt sie freundlich und weist dann in eine andere Ecke der Halle. «It’s over there.» Man solle sich aller­dings keine Performance erwarten, die man im Sitzen verfolgen kann.

Over there befindet sich die Videoinstallation «What Happened Here», in der die tansanische Künstlerin Kathleen Bomani idyllische Bilder vom Viktoriasee mit Kampfliedern von afrikanischen Söldnern kontrastiert, die im Ersten Weltkrieg gegen «Deutsch-Ostafrika» kämpften («Europäer sind Verbrecher!»). Die versprochene Performance aber lässt immer noch auf sich warten, und wer jetzt die Nerven verliert und auf ein Getränk nach draußen geht, wird sie verpassen. Geduldigere Besucher berichten, bei der Performance habe es sich schlicht um einen Einführungsvortrag der Künstlerin gehandelt. Willkommen im «Performeum»!

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Theater heute August/September 2017
Rubrik: Festivals, Seite 16
von Wolfgang Kralicek

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