Wir Sklavenhalter*innen
Was wird anders nach Corona? Angesichts der Entscheidungen, die wir als demokratische Staaten bereits getroffen haben: rein gar nichts. Milliardenhilfen wurden für jene Sektoren beschlossen, die an der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen den entscheidenden Anteil hatten. Sie können ihre Arbeit nun zu Ende führen: Fluggesellschaften, Erdöl- und Autokonzerne. Natürlich haben die gleichen Regierungen sich auch für Finanzhilfen für weniger systemrelevante Sektoren entschlossen, etwa die Theater.
Aber das ist Solidaritäts-Deko, denn auch hier sind es die Großen, die von den Finanzhilfen strukturell am meisten profitieren.
Was mich persönlich angeht, so hat etwa meine eigene Theatercompagnie, das International Institute of Political Murder, den Lockdown gerade so knapp überlebt. Das staatliche NTGent mit seinen vier Sälen und 100 festen Mitarbeiter*innen aber, das ich leite, hat aufgrund der flämischen Rettungspläne sogar Geld dazugewonnen. Natürlich lassen wir so viel davon wie möglich zu den Künstler*innen fließen, deren Vorstellungen ausgefallen sind. Das ist aber eine recht einsame Ausnahme, eine Geste. Denn die Regel im Theaterbetrieb lautet vor wie nach Corona: Wer nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 40
von Milo Rau
eine kleine shutdown-chaconne
fürs große leere burgtheater
willkommen in der irrelevanz
und
viel spaß
musik
tomaso antonio vitali – chaconne in g minor
fka twigs – home with you
johann jakob froberger – suite no 12 in C major (lamento sopra la
dolorosa oerdita della real msta di ferdinando iv)
//
hinten ein paar geigen
die einfach keine ruhe geben wollen
zwei drei...
Sie sind dreizehn. Sie sind Tänzerinnen. Sie sind ambitioniert. Sie sind Freundinnen. Sie sind Konkurrentinnen. Sie entdecken ihren Körper, und ihr Körper entdeckt sie. Sie sind voller Kraft. Sie wollen siegen. Zusammen sind sie eine kleine Armee. Zuzu, Ashlee, Amina, Conny, Sofia, Maeve und Luke. Sie wollen die Welt verändern, und sie könnten es; ob es gelingt –...
Die Theaterzeitschrift im 60. Jahrgang
Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 60. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Kraemer
Gestaltung
Christi...
