Box in der Box in der Box

Wir müssen gute Gründe sehen, um ins Theater zu gehen

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Theater bietet Raum. Was in ihm dargeboten wird, ist unmittelbar und lebendig, stimulierend, reaktionsfähig, sinnlich, transitorisch, gedanken- und gefühlsstiftend, ist abänderlich, verrückt, realitätswidrig und realitätsnah, widersprüchlich und exorbitant – es ist theatral. Und es wird sich die letzte verschlossene Kammer theatraler Fantasie niemals öffnen können, weil derlei Kammern sich im Zuge des Theatergeschehens immerfort vermehren.

So gleicht der theatrale Raum einer Box in der Box in der Box in der Box in der Box – doch muss der Motor dieser dramatischen Möbiusschleife beständig in Gang gehalten werden.

Corona hat das Theater ins Digitale gedrängt. Theaterschaffende wurden herausgefordert, nach alternativen Darstellungsformen zu suchen, digitale Formate spontan zu erproben und dabei dem Anspruch auf Perfektion nicht unbedingt zu genügen. Wir müssen schleunig Entscheidungen treffen, während uns die Situation entschleunigt erscheint. Es war und bleibt wichtig, dass wir trotz massiv eingeschränkter Produktionsbedingungen am Theater nicht den Stift fallen lassen und uns erst dann wieder aus den Löchern trauen, wenn «alles wieder gut» ist. Denn am Prozess des Wiedergutwerdens ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 52
von Caren Jeß

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