Box in der Box in der Box
Theater bietet Raum. Was in ihm dargeboten wird, ist unmittelbar und lebendig, stimulierend, reaktionsfähig, sinnlich, transitorisch, gedanken- und gefühlsstiftend, ist abänderlich, verrückt, realitätswidrig und realitätsnah, widersprüchlich und exorbitant – es ist theatral. Und es wird sich die letzte verschlossene Kammer theatraler Fantasie niemals öffnen können, weil derlei Kammern sich im Zuge des Theatergeschehens immerfort vermehren.
So gleicht der theatrale Raum einer Box in der Box in der Box in der Box in der Box – doch muss der Motor dieser dramatischen Möbiusschleife beständig in Gang gehalten werden.
Corona hat das Theater ins Digitale gedrängt. Theaterschaffende wurden herausgefordert, nach alternativen Darstellungsformen zu suchen, digitale Formate spontan zu erproben und dabei dem Anspruch auf Perfektion nicht unbedingt zu genügen. Wir müssen schleunig Entscheidungen treffen, während uns die Situation entschleunigt erscheint. Es war und bleibt wichtig, dass wir trotz massiv eingeschränkter Produktionsbedingungen am Theater nicht den Stift fallen lassen und uns erst dann wieder aus den Löchern trauen, wenn «alles wieder gut» ist. Denn am Prozess des Wiedergutwerdens ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 52
von Caren Jeß
Das war’s mit dem Anthropozän. Der Mensch ist nicht mehr die treibende gestaltende Kraft auf Erden, genau genommen gibt es ihn nicht mehr, er existiert nur noch als Erinnerung in Robotergehirnen. Immerhin scheint die Erinnerung ziemlich präsent zu sein, hört man den Gesprächen der drei Roboter in «Restworld» zu, die sich nahezu manisch um deren ehemalige...
Theater heute Die Entscheidung für Sie, die neue Dortmunder Intendantin Julia Wissert und ihre Stellvertreterin Sabine Reich, kam für viele durchaus überraschend: keiner der üblichen Namen, aber eben auch keine erfahrene, ästhetisch einschätzbare neue Intendant*in. Was war das für ein Konzept, das die Dortmunder Kulturverantwortlichen so nachdrücklich überzeugt...
Was ist der Mensch in Extremsituationen? Hamstert, plündert oder teilt er? Denkt er zunächst an sich allein, oder steckt mehr im Menschen, als wir denken? Der niederländische Historiker Rutger Bregman zum Beispiel ist ein Philantrop. Krisen wie jetzt, ausgelöst durch den Corona-Virus, sind der Crash-Test. Bregman ist überzeugt, der Mensch sei im Grunde gut,...
