Kunst und Handel
Helmut Krausser ist ein Vielschreiber mit Furor und einer oft übersehenen sentimentalen Ader. In «Afrika» schildert er die Kunstszene als das kapitalistische Prinzip schlechthin: Künstler sind hier die Anschaffer, die Welt macht sie käuflich, und alle, fast alle, machen mit.
Im Mittelpunkt steht die zynische Lucy, Mitte 50, im Begriff, ihre Galerie an einem neuen Ort wieder zu eröffnen. Um sie gruppieren sich «ihre» Künstler: Philip, zwischen anerkannt und zu niedrig gehandelt; er liebt Lucy, sie beschimpft ihn, weil er verkauft. Und damit ihre Galerie über Wasser hält.
Jacques kommt nie zum Arbeiten und will sein Künstlertum durch größtmögliche Exaltiertheit zum Ausdruck bringen.
Janine, kunstgewerblich angehaucht, soll aus der Galerie fliegen und fühlt sich aufgrund von Geschlecht und Alter diskriminiert. Dazu kommt eine jugendliche Sprayerin, die den «Eingeweihten» die Möglichkeit gibt, ihr stellvertretend für die Zuschauer die Wunderlichkeiten und Zynismen ihrer Welt nahe zu bringen. Und zwei Kunstkritiker, die sich, natürlich, hassen; der eine ist zudem ungeniert käuflich. Den potenten Kunden (natürlich neureich und ohne Kunstverstand) bringt er gleich mit.
Die Vernissage endet ...
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1971 sah ich die «Mothers Of Invention» in der Hamburger Musikhalle. Frank Zappa hatte das alte Ensemble aus hochmusikalischen und monströs-kostümierten kalifornischen Freaks fast komplett ausgetauscht und teilweise durch Mitglieder der verblassten Folk-Pop-Truppe «The Turtles» ersetzt. Im Mittelpunkt standen nun deren ehemalige Sänger Marc Volman und Howard...
Wahnsinn Drama
Es richtet sich die Welt nach seinem Bilde und duldet keine Korrekturen an diesem Bild. Er geistert durch alle Sphären, hat die Sterne und den Kosmos, das größte Ganze im Blick – aber nur, um es seiner Beschränktheit schlau zu unterwerfen. Was er nicht sieht, das sollen die anderen auch nicht sehen, was er nicht fühlt, sie auch nicht fühlen, was er...
Den Begriff «linke Kunst» benutzt eigentlich niemand mehr. Obwohl sicherlich die meisten Theaterleute, Künstler, aber auch Kulturjournalisten mit einer Westsozialisation in den 70ern und 80ern auf Brokdorf- oder Startbahn-West-Demos waren, sich die Köpfe über die RAF heißreden konnten und Teile ihres Bafögs auf das «Waffen für El Salvador»-Konto der «taz» gespendet...
