Kunst und Handel
Helmut Krausser ist ein Vielschreiber mit Furor und einer oft übersehenen sentimentalen Ader. In «Afrika» schildert er die Kunstszene als das kapitalistische Prinzip schlechthin: Künstler sind hier die Anschaffer, die Welt macht sie käuflich, und alle, fast alle, machen mit.
Im Mittelpunkt steht die zynische Lucy, Mitte 50, im Begriff, ihre Galerie an einem neuen Ort wieder zu eröffnen. Um sie gruppieren sich «ihre» Künstler: Philip, zwischen anerkannt und zu niedrig gehandelt; er liebt Lucy, sie beschimpft ihn, weil er verkauft. Und damit ihre Galerie über Wasser hält.
Jacques kommt nie zum Arbeiten und will sein Künstlertum durch größtmögliche Exaltiertheit zum Ausdruck bringen.
Janine, kunstgewerblich angehaucht, soll aus der Galerie fliegen und fühlt sich aufgrund von Geschlecht und Alter diskriminiert. Dazu kommt eine jugendliche Sprayerin, die den «Eingeweihten» die Möglichkeit gibt, ihr stellvertretend für die Zuschauer die Wunderlichkeiten und Zynismen ihrer Welt nahe zu bringen. Und zwei Kunstkritiker, die sich, natürlich, hassen; der eine ist zudem ungeniert käuflich. Den potenten Kunden (natürlich neureich und ohne Kunstverstand) bringt er gleich mit.
Die Vernissage endet ...
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