Kunst und Handel
Helmut Krausser ist ein Vielschreiber mit Furor und einer oft übersehenen sentimentalen Ader. In «Afrika» schildert er die Kunstszene als das kapitalistische Prinzip schlechthin: Künstler sind hier die Anschaffer, die Welt macht sie käuflich, und alle, fast alle, machen mit.
Im Mittelpunkt steht die zynische Lucy, Mitte 50, im Begriff, ihre Galerie an einem neuen Ort wieder zu eröffnen. Um sie gruppieren sich «ihre» Künstler: Philip, zwischen anerkannt und zu niedrig gehandelt; er liebt Lucy, sie beschimpft ihn, weil er verkauft. Und damit ihre Galerie über Wasser hält.
Jacques kommt nie zum Arbeiten und will sein Künstlertum durch größtmögliche Exaltiertheit zum Ausdruck bringen.
Janine, kunstgewerblich angehaucht, soll aus der Galerie fliegen und fühlt sich aufgrund von Geschlecht und Alter diskriminiert. Dazu kommt eine jugendliche Sprayerin, die den «Eingeweihten» die Möglichkeit gibt, ihr stellvertretend für die Zuschauer die Wunderlichkeiten und Zynismen ihrer Welt nahe zu bringen. Und zwei Kunstkritiker, die sich, natürlich, hassen; der eine ist zudem ungeniert käuflich. Den potenten Kunden (natürlich neureich und ohne Kunstverstand) bringt er gleich mit.
Die Vernissage endet ...
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Im Sommer des Jahres 1994 saß ich an einem besonders heißen Tag auf einer Parkbank und schaute einem aufgebrachten Schwan dabei zu, wie er einen Mann quer über den Rasen jagte. Er gab dabei böse Laute von sich, und der Mann schlug Haken und flitzte, als nichts zu helfen schien, bei Rot über die Straße. Komischerweise blieb der Schwan stehen, drehte sich um und...
Streng genommen dürfte das neue Stück von Elfriede Jelinek natürlich nicht «Über Tiere» heißen, sondern «Wie die Tiere», schließlich geht es um Menschen. Andererseits gibt es «Wie die Tiere» schon, so heißt der vorletzte Brenner-Krimi von Wolf Haas, und die bekennende Haas-Verehrerin Jelinek kennt ihn natürlich. Es geht dabei um einen Hundemörder im Wiener...
Hübsch ist es und mit seiner pseudobarocken Fassade eine jener Schatullen, in der man Andenken aufbewahrt, um gelegentlich mit der Vergangenheit zu spielen. Dass es in diesem Gebäude um Theater gehen soll, glaubt man im ersten Moment nicht, und letzten Herbst war kurzzeitig auch tatsächlich Ruhe im Karton. Die damals amtierende Oberbürgermeisterin musste das...
