«Wir haben mit unseren Mündern ihre Melodien gepfiffen»
THSie arbeiten schon länger für Theater, haben zum Beispiel «Othello» übersetzt oder «Lulu» bearbeitet und vor zwei Jahren mit «Schwarze Jungfrauen», einer Art Interview-Montage, ein neues dokumentarisches Format entwickelt. Ähnlich ist «Schattenstimmen» entstanden, worin es nicht um fundamentalistische Muslimas, sondern um illegale Einwanderer geht. Aber in beiden Fällen sind es von ihnen geführte und bearbeitete Gespräche mit – um es im korrekten Parteienpolitdeutsch zu sagen – Menschen mit Migrationshintergrund.
Feridun Zaimoglu(lacht) Ich kotze gleich.
Wenn ich das höre, muss ich immer zuerst an meinen deutschen Vordergrund denken. Es ist ein Begriff aus dem Soziologieseminar, sicher nett gemeint, aber dabei schwingt immer die Frage nach kultureller Authentizität mit. Und die Frauen der «Schwarzen Jungfrauen» oder die Männer und Frauen der «Schattenstimmen» beschäftigt keinesfalls die Frage, wie authentisch sie sind. Diese Frauen haben keine Identitätsprobleme, sie lachen über säkulare Männer und Frauen, die Identitätskrisen ins Feld führen, um daraus eine Theorie der Integration oder der Separation abzuleiten. Es sind Bekenner, und ich war der Protokollant ihrer zuweilen ...
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Juchzen ist verräterisch. So ein Urlaut aus tiefster Kehle enttarnt den bravsten Jüngling als Seelenverwandten brünftiger Rothirsche. Urs Peter zum Beispiel, ein blonder Mittdreißiger, hätte sich ebenso gut den Sommeranzug vom fülligen Wohlstandsleib reißen und den Fellschurz entblößen können. Aber nein, er steht starr an der Rampe und juchzt. Das passt zum Sujet...
In der «Süddeutschen Zeitung» hat Peter Laudenbach gejubelt: In der «maroden» Volksbühne bekäme man, «was man in diesem grauen Bunker zu allerletzt erwartet hätte: eine Inszenierung, die in ihrer großen Leichtigkeit ziemlich gute Laune macht». Und weiter: «Der Plot ist simpel: Vater Ubu, ein vulgärer Dummkopf, ermordet den König von Polen, um selber König zu werden...
Theater heute«Bunnyhill», das Projekt der Münchner Kammerspiele, das sich 2004 mit der Situation Münchner Jugendlicher im «Problembezirk» Hasenbergl beschäftigte, war die Initialzündung für den Fonds «Heimspiel» der Bundeskulturstiftung. Dieser Fonds fördert Projekte im Stadttheater, die sich explizit auf ihr soziales Umfeld und neue Publikumsschichten beziehen....
