«Wir haben mit unseren Mündern ihre Melodien gepfiffen»
THSie arbeiten schon länger für Theater, haben zum Beispiel «Othello» übersetzt oder «Lulu» bearbeitet und vor zwei Jahren mit «Schwarze Jungfrauen», einer Art Interview-Montage, ein neues dokumentarisches Format entwickelt. Ähnlich ist «Schattenstimmen» entstanden, worin es nicht um fundamentalistische Muslimas, sondern um illegale Einwanderer geht. Aber in beiden Fällen sind es von ihnen geführte und bearbeitete Gespräche mit – um es im korrekten Parteienpolitdeutsch zu sagen – Menschen mit Migrationshintergrund.
Feridun Zaimoglu(lacht) Ich kotze gleich.
Wenn ich das höre, muss ich immer zuerst an meinen deutschen Vordergrund denken. Es ist ein Begriff aus dem Soziologieseminar, sicher nett gemeint, aber dabei schwingt immer die Frage nach kultureller Authentizität mit. Und die Frauen der «Schwarzen Jungfrauen» oder die Männer und Frauen der «Schattenstimmen» beschäftigt keinesfalls die Frage, wie authentisch sie sind. Diese Frauen haben keine Identitätsprobleme, sie lachen über säkulare Männer und Frauen, die Identitätskrisen ins Feld führen, um daraus eine Theorie der Integration oder der Separation abzuleiten. Es sind Bekenner, und ich war der Protokollant ihrer zuweilen ...
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