Höllentour zurück aufs Sofa

Ferdinand Bruckner «Früchte des Nichts»

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«In der Sonne Italiens werde ich die theoretische Unannehmbarkeit der Existenz vielleicht vergessen.» Mit existenzialistischer Emphase verlässt der Abiturient Gert seine kriegsverwitwete Mutter im Trümmerdeutschland anno 1948. Ins Schlepptau nimmt er seinen Gesinnungs-kameraden und Nietzsche-Leser Foss sowie zwei ebenso dekorative wie selbstfindungsförderliche Mädel: Adi, ein materialistisches Luxusmäuschen, und die naiv religiöse Creszenz. Weit aber kommt diese Expedition nicht.



Denn Ferdinand Bruckners Bühnenrarität «Früchte des Nichts» (1951), die den Zyklus «Jugend zweier Kriege» beschließt, ist zwar auf eine Bildungsparabel angelegt (Italien!), sucht diese aber vor der eigenen Haustür. Gert bringt einen Chauffeur um und scheitert am Versuch, diese Tat als existenzialistischen Erweckungsakt zu fassen. In Creszenz’ Gläubigkeit findet er bald Ansätze zu einem positiven, verantwortungsbetonten Lebensbegriff, der ihn schließlich zur Mutter und – halb resigniert, halb frischen Muts – in den Schoß der Justiz zurückführt. Einverständnis mit der aufbaubereiten Nachkriegsgesellschaft wird Programm.

Sebastian Schug, eine der neuen Regiehoffnungen (Jahrgang 1979), legt den ...

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Theater heute Juli 2008
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Christian Rakow

Vergriffen
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