Wir 2.0
Ist es ein Versöhnungsangebot? Oder doch eher der Wunsch, ihm eine Lektion zu erteilen? Dass Yara Tony zu ihrer Hochzeit mit Sebastian eingeladen hat, ist durchaus erstaunlich. Immerhin wurde vor zwölf Jahren seinetwegen Sebastians Vater festgenommen, und Yara übergriffig an -gemacht hat er auch. Okay, trotzdem waren sie alle mal Teil desselben Freundeskreises in derselben linksalternativen Wohngegend, die unter dem Vorzeichen von Gleichheit und Weltverbesserung errichtet worden war. Eine Illusion, wie sich herausgestellt hat.
Und zwar genau in dem Moment, als Tony aus Jux und Dollerei ein leerstehendes Haus abfackelte, weshalb der Vater seiner Freunde Monica und Sebastian verhaftet wurde – nur wegen seiner Hautfarbe. Der weiße Tony aber schwieg.
Es ächzt mitunter im Plotgebälk, das die vier Autor:innen Antigone Akgün, Rasit Elibol, Mohamedou Ould Slahi Houbeini und Rik van den Bos im Auftrag des NITE Theaters Groningen und des Schauspiels Hannover für das Musical «Yaras Hochzeit» ausgetüfelt haben. Aber egal, seine Grundpfeiler sind stabile Motive der Plot-Konvention: ein Fest, bei dem alte Fässer aufgemacht werden, ein traumatisierender rassistischer Zwischenfall sowie die ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Eva Behrendt
Das Musical «Cabaret» passt trefflich in den berlin-babylonischen Hype, der vom deutschen Film längst in die Theater geschwappt ist. Und natürlich auch dank seiner Hits ist das Stück ein Garant für volle Häuser. So auch jetzt am Stuttgarter Schauspiel, das mit Calixto Bieito einen Regisseur engagiert hat, der sich auskennt in der auch hintergründigen Thematisierung...
Am 23. April dieses Jahres ist der Berliner Theaterwissenschaftler Joachim Fiebach im Alter von 88 Jahren gestorben. Von 1995 bis 1998 habe ich bei ihm studiert, danach haben sich unsere Wege nur noch sporadisch gekreuzt. Angesichts seiner mehr als ein halbes Jahrhundert umspannenden akademischen Karriere und einer noch viel länger währenden Beschäftigung mit dem...
ich halte es für die pflicht eines rechtschaffenen bürgers, das heil des staates dem beifall der zuhörer vorzuziehen.
Demosthenes
wenn nicht mit rap – dann mit der pumpgun.
K.I.Z.
bürger potsdams, wacht auf! wir gehen einen guten weg.
Martin Kwaschik, 4. November 1989 Luisenplatz / Platz der Nationen
natürlich hab ich keine hoffnung. ich bin ja nicht bescheuert.
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