Schrill-frivol und unnahbar kühl
Das Musical «Cabaret» passt trefflich in den berlin-babylonischen Hype, der vom deutschen Film längst in die Theater geschwappt ist. Und natürlich auch dank seiner Hits ist das Stück ein Garant für volle Häuser. So auch jetzt am Stuttgarter Schauspiel, das mit Calixto Bieito einen Regisseur engagiert hat, der sich auskennt in der auch hintergründigen Thematisierung von Gewalt auf der Bühne. Schließlich spielt das Stück in der präfaschistischen Atmosphäre zu Beginn der 1930er Jahre.
Auf die naturalistische Darstellung blutverspritzender Gewaltszenen verzichtet Bieito, genauso wie auf Hakenkreuzsymbolik und braune Uniformen. Aber in Sachen 1920er-Jahre-Plus-Fummel durfte sich die Kostümbildnerin Paula Klein austoben.
«Cabaret» ist in Stuttgart eine textlich stark gekürzte, schrill-frivole Nummernrevue mit eingebauten, knappen, meist recht platten Dialogszenen. Befeuert wird sie vor allem durch nette Tanzchoreografien, für die das Haus professionelle Tänzer:innen engagiert hat, sowie durch allerlei Travestieeinlagen. Die eigentlich zentrale Liebesgeschichte zwischen dem Schriftsteller Clifford Bradshaw und der Sängerin Sally Bowles gerät blass und belanglos, während jene zwischen der ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Verena Großkreutz
Am Ende also Elton John. Ganz große Gefühle, intoniert vom soften Flehen der siebziger Jahre. Kinderstimmen lachen im Hintergrund der Tonaufnahme, dazwischen: Vogelgezwitscher, Wellenrauschen. Kurz denkt man, jetzt havariert der Abend unrettbar an riesigen Kitschklippen, jetzt wird er gnadenlos gefühlig, haltlos tränenrührig. Nach zweieinhalb Stunden also Elton...
Das ist doch mal konsequent: Sie habe «keine Lust mehr gehabt auf das eitle Kulturgedöns in der Hauptstadt», gibt die ehemalige Museumskuratorin Theta zu Protokoll. Und im Gegensatz zu vielen anderen Unlustbekennerinnen und -bekennern, die das «Gedöns» dann trotzdem noch jahrzehntelang weiter reproduzieren, hat Theta tatsächlich den Ausstieg vollzogen. Sie ist ins...
ich halte es für die pflicht eines rechtschaffenen bürgers, das heil des staates dem beifall der zuhörer vorzuziehen.
Demosthenes
wenn nicht mit rap – dann mit der pumpgun.
K.I.Z.
bürger potsdams, wacht auf! wir gehen einen guten weg.
Martin Kwaschik, 4. November 1989 Luisenplatz / Platz der Nationen
natürlich hab ich keine hoffnung. ich bin ja nicht bescheuert.
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