Willkommen im großen Zaudern

Svenja Viola Bungarten «Maria Magda»

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Es ist nicht so, dass es keine männliche Rolle gäbe in Svenja Viola Bungartens neuestem Stück «Maria Magda» mit dem sie den deutschsprachigen Wettbewerb des Heidelberger Stückemarkts 2021 gewonnen hat. Eine gibt es schon, bei der es zumindest dramaturgisch verschenkt wäre, sie nicht mit einem Mann zu besetzen: Die Rede ist von Gott. Und der muss für einiges herhalten in dem fantastischen, assoziativen, theoriesatten dritten Theatertext der jungen Autorin, der gleich sechs unterschiedliche Schlüsse aneinanderreiht. «Maria, du kleine Bitch.

Weil ich ein Gott bin, werde ich dich vergewaltigen …» – so beginnt der göttliche Schlussmonolog und endet unzweideutig mit den Worten: «Und jetzt füge dich meinem Willen oder willst du dich deinem Gott widersetzen.» 

Die Antwort auf diese selbstherrliche und von Gott ausschließlich rhetorisch gemeinte Frage lautet natürlich: Ja, Maria möchte sich Gott widersetzen. Und nicht nur Maria, Magda auch. Und Hildie. Und die Oberschwester. Und Ma Donna Ha. Und überhaupt alle Frauen, die in Bungartens Text nach und nach auftauchen. «Wer die Geschichte hat, hat die Macht!», lautet der zentrale Satz in «Maria Magda», und eines wird schnell klar: Die ...

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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 143
von Lena Grösch und Holger Schultze

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