Am Gelde hängt doch alles
Im Jahr 1916 erscheint Franziska Gräfin zu Reventlows Buch «Der Geldkomplex». Es spielt in einem Setting, das wir von Thomas Manns acht Jahre später erschienenem «Zauberberg» gut kennen: einem Sanatorium. Reventlows Hauptfigur leidet, ähnlich wie die Autorin, an permanenter Geldknappheit. Nach neuestem medizinischen Wissensstand der Freudschen Psychoanalyse wird ihr ein Geldkomplex attestiert.
Geld-Gefühle und finanzielle Triebe verwurzelten sich im Unterbewusstsein, und die daraus resultierenden seelischen Beschwerden müssen nun behandelt werden
Dieser Vorlage widmet sich Felicia Zeller in ihrem neuesten Stück «Der Geldkomplex». Feli von Beinahe-Enden, Zellers Hauptfigur, ist Übersetzerin (vor allem für Produktbeschreibungen) und befindet sich unter dem Motto «Irgendwas geht immer» dauerhaft in prekären Lebensverhältnissen. Wir lernen sie kennen, als sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen kann und ihr bisher fröhlich gedankenloser Umgang mit Geld auf unerbittliche Mahnungen und humorlose Gläubiger trifft. Alle ihre Gedanken beginnen, ums Geld zu kreisen. Ein Besuch bei ihrem Psychotherapeuten, Dr. Flachmeier, bestätigt: Es besteht ein Geldkomplex.
Und während Feli noch ...
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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 163
von Barbara Bily
Es gibt gute Gründe, gerade jetzt intensiv mit Theaterautor:innen zusammenzuarbeiten. Viele von uns Autor:innen haben die Krise sehr intensiv erlebt. Damit meine ich nicht nur das Wegbrechen von Einnahmen oder den Verweis mancher Politiker, als Soloselbständige gegebenenfalls «auf die Grundsicherung» – Klartext: auf Hartz IV – zurückzugreifen. Wie man oder frau...
Vor dem Fernseher sitzt eine Gestalt, die aussieht wie tot. – So beginnt die Regieanweisung der zweiten Szene. – Die Gestalt schaut sich eine uralte Vogelsendung an, in der dieselbe Szene ständig wiederholt wird: Exotische Vögel flattern auf. Neben der Gestalt sitzt «der Bruder». Er ahmt die gleiche tote Erscheinung seines Vaters nach. Die Mutter fegt den Fußboden....
Mein intensivstes Theatererlebnis in dieser unglaublich schweren Spielzeit, die jetzt endlich zu Ende geht, hatte ich nicht im Theater, sondern vor dem Bildschirm. Und mit Bildschirm meine ich in diesem Fall tatsächlich den des Smartphones. Es waren die letzten Momente eines Events des twitch-Streamers Ludwig Ahrgren, das unter dem Namen «Subathon» googlebar ist...
