Willkommen im großen Zaudern
Es ist nicht so, dass es keine männliche Rolle gäbe in Svenja Viola Bungartens neuestem Stück «Maria Magda» mit dem sie den deutschsprachigen Wettbewerb des Heidelberger Stückemarkts 2021 gewonnen hat. Eine gibt es schon, bei der es zumindest dramaturgisch verschenkt wäre, sie nicht mit einem Mann zu besetzen: Die Rede ist von Gott. Und der muss für einiges herhalten in dem fantastischen, assoziativen, theoriesatten dritten Theatertext der jungen Autorin, der gleich sechs unterschiedliche Schlüsse aneinanderreiht. «Maria, du kleine Bitch.
Weil ich ein Gott bin, werde ich dich vergewaltigen …» – so beginnt der göttliche Schlussmonolog und endet unzweideutig mit den Worten: «Und jetzt füge dich meinem Willen oder willst du dich deinem Gott widersetzen.»
Die Antwort auf diese selbstherrliche und von Gott ausschließlich rhetorisch gemeinte Frage lautet natürlich: Ja, Maria möchte sich Gott widersetzen. Und nicht nur Maria, Magda auch. Und Hildie. Und die Oberschwester. Und Ma Donna Ha. Und überhaupt alle Frauen, die in Bungartens Text nach und nach auftauchen. «Wer die Geschichte hat, hat die Macht!», lautet der zentrale Satz in «Maria Magda», und eines wird schnell klar: Die ...
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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 143
von Lena Grösch und Holger Schultze
Telegram Chatgruppe von punktlive am 23.5.21 Members:
Cosmea Regie, Berlin
Lotta Liveschnitt & Assistenz, Wien
Leo Technische Konzeption, Freiburg
Sofie Produktion, Stuttgart
Jonny Schauspiel, Bochum
Flo Schauspiel, Augsburg
Klara Schauspiel, Wiesbaden, für die Dauer des Chats aber in Griechenland im Urlaub
Cosmea hey Leude, Theater heute hat gefragt ob...
Hotels – wir kennen sie als Durchgangsräume par excellence, Orte temporären Zuhauseseins, gleichzeitig in ihrer Blütezeit Embleme einer in der Selbstrepräsentanz zu sich gekommenen Gesellschaft. Emre Akal lädt uns in seinem neuen Stück in ein besonderes Exemplar der Gattung ein. Das digital-eskapistische «Hotel Pink Lulu» verspricht genau das zu sein: Durchgangsort...
Ich gestehe: Ich habe auch gekocht beim Streaming-Gucken. Zumindest bei meinen eigenen Inszenierungen, wenn ich an den Abenden nicht im Theater war, sondern zu Hause. Dann haben meine Frau und ich den Laptop schon mal in der Küche aufgestellt. Seien wir ehrlich: Eine gestreamte Vorstellung verführt dazu, dass man zwar «reinschaut», aber nicht richtig hinschaut....
