Wilfried Minks (1930–2018)

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Der Start von Wilfried Minks’ Theaterlaufbahn lag im sprichwörtlichen Kleinstrollendorado, in Wurzen (Sachsen). Dort wurde der 1930 im 200-Seelen-Dorf Binai in Tschechien geborene und nach dem Krieg mit seiner Familie vertriebene Bauernsohn mit 17 Jahren «Stift», also Lehrling des Theatermalers am örtlichen Boulevardtheater: ein Saal mit 350 Plätzen und Premieren alle zwei Wochen. Kulissenmaler Minks über-nahm dort die eher un­spektakulären Jobs wie die Fichten rechts und links vom See. Fichten am See hatten oben heller und unten dunkler zu sein, damit es plastisch wirkt.



Ans Theater ging Minks, weil er a) gut nach der Natur zeichnen konnte und b) weil es weniger an­strengend war als die Feldarbeit, die der von den örtlichen Bauern geknechtete und verachtete Vertriebene für einen Hungerlohn sonst hätte leisten müssen. Auf die Frage, was ihm von dieser Erfahrung geblieben sei, antwortete er einmal: «Mangelnder Idealismus. Ich habe nicht mehr geglaubt, dass die Menschen gut sind, und ich habe ziemlich früh kapiert, dass die Menschen ziemlich egoistisch sind, in jeder Hinsicht, und zwar jeder von uns.»

Den Fichten-Naturalismus hat Wilfried Minks im Lauf seiner späteren Karriere ...

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Theater heute April 2018
Rubrik: Wilfried Minks, Seite 44
von Ernst Wendt

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