Wilde Zeiten

Dystopien und politische Performances eröffneten das 43. Zürcher Theaterspektakel

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Nach einem auch in der Schweiz ungewöhnlich trockenen Sommer zog ausgerechnet zur Eröffnung des Theaterspektakels ein ausgiebiges Drei-Tage-Tief über den Zürichsee.

«Waterworks», eine Koproduktion der in Berlin lebenden Künstlerin Meg Stuart mit der Kompagnie The Field und dem Spektakel, fand deshalb unter weitaus feuchteren Umständen statt als ohnehin geplant: Nicht nur die Bühne, ein Stück See zwischen zwei sichelförmigen Kunststoffpotons und dem Ufer der Saffa-Insel, auf der tags darauf Ragnar Kjartansson seine Konzepthütte für die durationale Performance «Schmerz» aufschlagen sollte, bestand aus Wasser. Zusätzlich pladderte der Regen auf die Plastikponchos der Zuschauenden, die auf ihren schwimmenden Sitzen wie pitschnasse Hühner auf der Stange hockten. 

Traditionell ist das 1980 gegründete Festival ja eine Schön-Wetter-Veranstaltung: Draußen am See sitzen, essen und trinken, Straßentheater für die Kids und Welttheater für die Großen – das funktioniert seit über 40 Jahren zuverlässig, wobei das politisch wie ästhetisch ambitionierte Programm schon oft leicht quer stand zu Streetfood und Gauklerei. Das trifft in diesem Sommer, dem fünften unter der Leitung von Matthias von ...

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Theater heute 10 2022
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Eva Behrendt

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