Wien: Schabernack satt
Der Galgen ist ein Turngerät. Am dicken Strick, der an ihm hängt, lässt es sich wunderbar durch die Lüfte schaukeln. Am allerbesten versteht sich in dieser Inszenierung der «Komödie der Irrungen» der Kerkermeister darauf. Er ist in Gestalt von Merlin Sandmeyer ein spaßiger Gevatter Tod, ein stöckchendünner Zappelphilipp der Unterwelt, ein akrobatischer Komödiant des Totenreichs. Nur eines ist er nicht: ein Verkünder des drohenden Todes.
Soll er in Herbert Fritschs Inszenierung der Shakespeareschen Farce auch nicht sein.
Die Komödie rund um die beiden Zwillingspaare aus Syrakus, die durch ein Schiffsunglück getrennt worden sind und sich viele Jahre und Verwechslungen später in Ephesus wiederfinden, ist auf der Bühne des Burgtheaters ein einziger großer Schabernack. Eine Bonbonniere, in der es knistert und raschelt und von deren Reizen man gerne kostet. Nach einigen Momenten stellt sich dann aber wieder Hunger ein.
Um ihn schert sich dieser Regisseur herzlich wenig. Als gehe es um einen Wettbewerb der Pointen, choreografiert Herbert Fritsch die fünf Akte als atemlose Nummernrevue, bei der sich Akrobatik und Blödelei, Slapstick und Ironie die Hände reichen. Linkerhand steht auf der von ...
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Theater heute März 2017
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Stephan Hilpold
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