Wien: Eddy lebt hier nicht mehr
Drei Bücher hat der französische Literatur-Jungstar Édouard Louis bisher veröffentlicht. Alle drei können in Wien derzeit an zwei Theaterabenden konsumiert werden: Im Volkstheater steht eine Kombination aus «Wer hat meinen Vater umgebracht» und «Der Abschied von Eddy» auf dem Spielplan, im Schauspielhaus wird «Im Herzen der Gewalt» gegeben. In diesem, seinem zweiten Roman verarbeitet der Autor einen weihnachtlichen One-Night-Stand, der ihn fast das Leben gekostet hätte.
Am Heiligen Abend wird er in Paris von einem Algerier namens Reda angesprochen, den er schließlich mit in seine Wohnung nimmt. Die beiden haben einvernehmlichen Sex, mehrmals sogar, aber als der Erzähler dann mitbekommt, dass ihm sein Lover Handy und iPad klauen möchte, eskaliert die Situation in einer exzessiven Überreaktion: Reda vergewaltigt Édouard, würgt ihn und bedroht ihn mit einer Pistole, bevor er irgendwann dann doch von seinem Opfer ablässt. Dem traumatisierten Autor fällt in seiner Not nichts Besseres ein, als zu seiner Schwester Clara aufs Land zu fahren, die er seit zwei Jahren nicht mehr besucht hat.
Es gehört zu den literarischen Strategien des Romans, dass die Vorfälle jener Nacht in weiten ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Wolfgang Kralicek
Die Mutter war Krankenschwester und stolze SED-Genossin in Ostberlin, die sich in einen Mann verliebt, der noch vor der Geburt seines Sohns in den Westen verschwindet und sich später als alter Nazi erweist. Als sie ihm nach Jahren in einer abenteuerlichen Republikflucht endlich folgt, muss sie feststellen, dass er längst mit einer anderen verheiratet ist. So bleibt...
Am letzten Abend ihres vierwöchigen Versuchs, die Welt handelnd neu zu denken, öffneten Stefanie Wenner und Thorsten Eibeler von apparatus noch einmal die Pforten des Heizhauses in den Berliner Uferstudios. Kein reiner Zufall, dass sich das Projekt «Ferment:Mutterkorn» gerade hier ereignete, wo früher fossile Energie erzeugt wurde. Jetzt ging es um nachhaltigere...
Figuren
im
ÖFFENTLICHEN RAUM
darunter:
FRATZER
ORLANDO
PRÄZISA
und
DIE WEHR
Texte in durchgehenden Majuskeln zeigen einen CHOR an. Die WEHR kann stets von verschiedenen Spielerinnen und Spielern oder Gruppen übernommen werden. Das Sprech- und Anschlusstempo sollte möglichst hoch sein.
Man erzähle mir Unvorhergesehenes, Gewaltsames. Man komme...
