Wien: Eddy lebt hier nicht mehr
Drei Bücher hat der französische Literatur-Jungstar Édouard Louis bisher veröffentlicht. Alle drei können in Wien derzeit an zwei Theaterabenden konsumiert werden: Im Volkstheater steht eine Kombination aus «Wer hat meinen Vater umgebracht» und «Der Abschied von Eddy» auf dem Spielplan, im Schauspielhaus wird «Im Herzen der Gewalt» gegeben. In diesem, seinem zweiten Roman verarbeitet der Autor einen weihnachtlichen One-Night-Stand, der ihn fast das Leben gekostet hätte.
Am Heiligen Abend wird er in Paris von einem Algerier namens Reda angesprochen, den er schließlich mit in seine Wohnung nimmt. Die beiden haben einvernehmlichen Sex, mehrmals sogar, aber als der Erzähler dann mitbekommt, dass ihm sein Lover Handy und iPad klauen möchte, eskaliert die Situation in einer exzessiven Überreaktion: Reda vergewaltigt Édouard, würgt ihn und bedroht ihn mit einer Pistole, bevor er irgendwann dann doch von seinem Opfer ablässt. Dem traumatisierten Autor fällt in seiner Not nichts Besseres ein, als zu seiner Schwester Clara aufs Land zu fahren, die er seit zwei Jahren nicht mehr besucht hat.
Es gehört zu den literarischen Strategien des Romans, dass die Vorfälle jener Nacht in weiten ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Wolfgang Kralicek
Aalen, Theater der Stadt
1. nach Schiller, Johanna im Ratssaal
R. Tonio Kleinknecht und Tina Brüggemann
15. Fuchs, Das Heimatlied
R. Winfried Tobias
Altenburg Gera, THeater
16. Hauptmann, Die Ratten
R. Manuel Kressin
Augsburg, Theater
21. Hašek, Brecht und Hulova, Švejk/Schwejk (U)
R. Armin Petras
29. Projekt, Auf dem Paseo del Prado mittags Don Klaus (U)
R. Johannes...
Das sagt man gerne so dahin: Beim Geld höre die Freundschaft auf. Für Resi, Mitte 40, ist der Spruch aber bittere Realität geworden. Die Ich-Erzählerin aus Anke Stellings Roman «Schäfchen im Trockenen» wird mit ihrem Künstler-Mann und den vier Kindern von Kumpel Frank schlichtweg vor die Tür gesetzt. Untermietvertrag gekündigt! Rache ist bekanntlich süß. Die...
Bevor die Zivilisation an menschlicher Dummheit untergeht, verträgt sie wenigstens ein paar kräftige Sprüche. «Die alte Welt ist morsch, sie kracht in allen Fugen. Ich will helfen, sie kaputtzumachen!» Oder ein schönes Gedicht: «Schlaf, kleine Erde, schlaf schön bald / Bist erst fünf Milliarden Jahre alt. / Jetzt spielen böse Jungs mit deinen Kräften /...
