Wie wollen wir leben?
Unweit vom Herzen Altonas, wo Ende März mit einem Schlag die Draußensitzer in den Cafés das Straßenbild erobern, liegt die Studiobühne des Thalia Theaters. Hier, in der Gaußstraße, werden die kleineren Produktionen gezeigt, Inszenierungen, die mit wenigen Mitteln auskommen müssen, weil der Platz für großen Aufwand fehlt. Das karge Ambiente mit dem rohen Erscheinungsbild, Beton in seiner unverfälschten Form, ist eine Herausforderung für jeden Regisseur.
Doch gerade seiner Neutralität wegen ist dieser Ort besonders geeignet für eine Leistungsschau wie das «Körber Studio Junge Regie», das in diesem Jahr bereits zum vierten Mal stattgefunden hat.
Arbeiten von Regisseuren, die so jung sind, dass ihre Regieerfahrung kaum über den wohlbehüteten Raum regieschuleigener Spielstätten hinausgelangt sind, werden hier gezeigt: Sie alle sind noch in der Ausbildung oder haben soeben ihr Regiestudium an einer deutschsprachigen Hochschule abgeschlossen. Beim Festival, das die in Hamburg ansässige Körber Stiftung zusammen mit der Universität Hamburg ins Leben gerufen hat, sind Studienprojekte, darunter auch Abschlussarbeiten, zu sehen. Dieses Mal waren es zehn Produktionen.
«Frauen an die Macht» ...
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In dem hübschen Paradiesgarten, den Andreas Kriegenburg auf der Bühne des Thalia Theaters hinter schweren Käfigwänden angelegt hat, geht es mächtig zur Sache. Unter blühenden japanischen Kirschbäumchen, die sich dekorativ von der blutroten Wand abheben, wickelt sich eine junge Geisha (Katharina Behrens) zu rauen Frauengesängen aus ihren Schärpen und löst ihr...
Thanksgiving ist das wichtigste Fest im amerikanischen Jahreskreis. Zu Weihnachten gibt es bessere Geschäfte, und am 4. Juli wird das ganze Land feierlich und patriotisch, aber an Thanksgiving versammelt sich die ganze (restliche) Familie und tut so, als wären alle noch Pioniere und der Truthahn nicht aus dem Gefrierfach bei Wal-Mart, sondern in den Wäldern von...
Laut Szenenanweisung spielt das Stück in «Marlboro Country an der Grenze des Erträglichen», in diesem Fall also irgendwo in der österreichischen Prärie. Und zwar so weit weg vom Schuss, dass der Postbote (Dominik Warta) sich nur einmal die Woche hierher verirrt. Ezra (Dominik Maringer) betreibt hier eine Kneipe, Golsch (Jan Thümer) und Der Pinguin (Franz Josef...
