Widerstand der Einzel-Ichs

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Ein Schwarzer Block rettet der Demokratie den Arsch», heißt es im vierten Akt. Wie jetzt, die vermummten Mollischmeißer und notorischen Störer friedlicher linker Demos haben nicht einfach nur Bock auf Gewalt, sondern eine echte politische Mission? Bevor Kevin Rittbergers große Antifaschismus-Recherche «Schwarzer Block» im letzten Teil unter der Überschrift «Sieg» die ziemlich bunt gewordenen Autonomen feiert, zeichnet sie schon ein differenziertes Bild der Linksradikalen, das die gängigen, deshalb aber nicht unbegründeten Ressentiments tüchtig ins Wanken bringt.

Rittberger geht zurück in die Weimarer Republik, versammelt Stimmen prominenter Antifaschistinnen und Anarchisten, springt ins Frankfurt der 1980er Jahre, als ein Wasserwerfer über Günther Sare rollt, befragt kritisch die Rolle der Polizei, aber auch das eigene Verhältnis zur Gewalt und landet immer wieder beim rechtsradikalen NSU-Terror, bei den Anschlägen in Halle oder Hanau: eine dramatische Stimmensammlung auf über 80 Seiten.

Im Gorki trifft die Materialflut auf ein Ensemble, das schon rein körperlich alles potenziell Martialische dekonstruiert – und gleichzeitig seltsam ungreifbar bleibt. Denn das 14 Spieler*innen ...

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Theater heute November 2020
Rubrik: Das Stück, Seite 46
von Eva Behrendt

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