Who wants to live forever?
So viel Unbescheidenheit muss sein: In einer frühen Szene porträtiert sich Florentina Holzinger als Göttin. Vor einem gigantischen, hüpfburgartig aufgeblasenen Frauentorso, der Gustave Courbets berühmtem Gemälde «L’origine du monde» nachempfunden ist, hockt sich die Regie führende Performerin auf einen Schemel und stöhnt, als wäre sie in den Wehen. Um sich versammelt ihr Ensemble aus Stunt- und Body-Künstler:innen wie Hebammen, die weißen Arztkittel locker über den nackten Körpern geöffnet: «Breathe in, breathe out!», mahnen sie im Chor.
Eine Kamera richtet sich auf Holzingers Oberschenkel, den eine mit drei Stichen genähte Wunde ziert; die Projektion ist in Vergrößerung auf zwei Screens am Portal zu sehen. Aus dieser Wunde, die eine Mitspielerin mit spitzer Schere öffnet, «gebiert» Holzinger einen winzigen gläsernen Embryo – wie Zeus einst Dionysos.
«It’s a musical!», jubelt Florentina Holzinger, als ihr das Püppchen gereicht wird, und löst damit eine Kaskade von Tänzen, Songs und Shownummern aus, die allesamt den weiblichen Körper feiern – in seiner Ambivalenz von lebensspendender Kraft und tödlicher Verletzlichkeit. Etwas prosaischer ließe sich «A Year without Summer» auch als ...
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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Eva Behrendt
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Eine irisierende Tapete, eine Kombination aus Sessel mit angrenzender Couch. Der Flur führt direkt auf ein Fenster, das aber offensichtlich nur Tapete ist. Eine Pferdekopf-Statue links, eine Fensterfront mit Gardinen rechts. Es sieht alles sehr gepflegt aus, aber auch, als wolle einer mehr sein als er ist. Zu gewollt, zu künstlich das alles (Bühne Hannes Hetta).
Ei...
BEDBURG-HAU, MUSEUM SCHLOSS MOYLAND
ab 13.7., Marina Abramovic & Mai im Dialog mit Joseph Beuys
– Zentraler Fokus der Ausstellung liegt auf der ikonischen Performance «Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt» von Joseph Beuys aus dem Jahr 1965 und ihrer Re-Performance durch Marina Abramovic 40 Jahre später. In ihrer legendären Performance-Serie «7 Easy Pieces»...
