Who wants to live forever?

Florentina Holzinger und Ensemble denken in «A Year without Summer» über die Zukunft von Leben und Tod nach

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So viel Unbescheidenheit muss sein: In einer frühen Szene porträtiert sich Florentina Holzinger als Göttin. Vor einem gigantischen, hüpfburgartig aufgeblasenen Frauentorso, der Gustave Courbets berühmtem Gemälde «L’origine du monde» nachempfunden ist, hockt sich die Regie führende Performerin auf einen Schemel und stöhnt, als wäre sie in den Wehen. Um sich versammelt ihr Ensemble aus Stunt- und Body-Künstler:innen wie Hebammen, die weißen Arztkittel locker über den nackten Körpern geöffnet: «Breathe in, breathe out!», mahnen sie im Chor.

Eine Kamera richtet sich auf Holzingers Oberschenkel, den eine mit drei Stichen genähte Wunde ziert; die Projektion ist in Vergrößerung auf zwei Screens am Portal zu sehen. Aus dieser Wunde, die eine Mitspielerin mit spitzer Schere öffnet, «gebiert» Holzinger einen winzigen gläsernen Embryo – wie Zeus einst Dionysos.

«It’s a musical!», jubelt Florentina Holzinger, als ihr das Püppchen gereicht wird, und löst damit eine Kaskade von Tänzen, Songs und Shownummern aus, die allesamt den weiblichen Körper feiern – in seiner Ambivalenz von lebensspendender Kraft und tödlicher Verletzlichkeit. Etwas prosaischer ließe sich «A Year without Summer» auch als ...

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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Eva Behrendt

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