What if?

Lars Werner «Die ersten hundert Tage»

Theater heute - Logo

Die Leute, die man am ersten Tag in der Uni trifft, bleiben für immer deine Clique»: Bei Lars Werners neuestem Stück sind das Silvio, ein weißer deutscher Mann aus Frankfurt; Roya, eine deutsche Journalistin of Color; Marin, ein weißer Mann (möglicherweise aus Köln) und Lou, eine Gender-non-konforme Wissenschaftler:in und Ak -tivist:in aus Tschechien. Das erste Mal getroffen haben sich die vier im Hörsaal der Uni Heidelberg – und seitdem sind sie eben, nun ja, eine Clique. Eine Clique, die sich jedes Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag trifft und ihre Freundschaft feiert.

Eine Clique, die nicht immer einer Meinung ist, damit aber auch irgendwie klarkommt. Eine Clique, die bei Silvios Hochzeit fundamental aneinandergerät – und eine Clique, die sich trotz allem wieder trifft, auch wenn die Basis ihrer Freundschaft unwiderruflich zerrüttet scheint. «Manche Freunde werden im Rückblick besser. Andere nicht.»

Damals, im Studium, haben sie lachend und vermutlich leicht ironisch gesagt. «Wir kennen uns erst, wenn wir wissen, was wir wählen.» Damals waren sie alle irgendwie links, waren alle irgendwie Aktivist:innen, waren sensibilisiert und politisiert. Jetzt, am ersten Weihnachtsfeiertag ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 162
von Lene Grösch

Weitere Beiträge
Mir kommt die Galle hoch!

Leipzig. 26. Mai 2024. 11 Uhr. Sonntag. Der letzte Tag des 12. Sächsischen Theatertreffens.

Zwei Wochen vor der Europawahl. Am Abend wird die Jury – in diesem Jahr hat jedes der teilnehmenden Häuser einen Menschen aus seiner Stadtgesellschaft nominiert (welch wunderbar demokratische, auch inhaltlich lohnende Idee!) – drei Preise vergeben. Erst aber steht die...

Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit

Ein nebliger Abend im Advent des Jahres 1938 an der deutschen Küste, nahe einem großen Hafen. Die Angst kommt mit der Kälte des Wassers und der Dunkelheit des Meeres. Unter 10° Celsius entspricht die Chance zur Selbstrettung dem Wert der Wassertemperatur in Minuten, besagt eine Faustregel unter Seeleuten. Verschwindend gering ist die Wahrscheinlichkeit, unter...

Unsichtbarkeit und Superpower

Um sich eine Menge Ärgernisse zu ersparen, nutze ich diese Textfläche im schönen Theaterheute-Jahrbuch, um meine Erfahrungen zum Thema schwanger sein als Schauspielerin zu teilen. Denn: Sichtbarkeit ist eine Währung, die höher ist als die nächste NV-Bühne-Gagen-Erhöhung.

«Oh du bist schwanger, das ist aber toll. Herzlichen Glückwunsch! Ohhh, du spielst aber gerade...