Wessen Leben zählt?
Ein Schlüsselstein der neuen Basler Dramaturgie ist Darja Stockers neues Stück. Mit «Nirgends in Friede. Antigone» befragt die Schweizer Dramatikerin einerseits das Narrativ des antiken Mythos neu, andererseits dient ihr die sophokleische Tragödie auch als metaphorische Folie, um die Herrschaftslogik der gegenwärtigen Welt- bzw. Europapolitik in Frage zu stellen. Mit Theben ist die Festung Europa gemeint und der Krieg, der außerhalb der Mauern tobt, ist auch als jener zu verstehen, der gerade an den europäischen Außengrenzen herrscht.
Dort, wo Europas Grenzschutzpolitik tausende Flüchtlinge dazu zwingt, auf gefährlichen Seewegen ihr Leben aufs Spiel zu setzen.
Ausgangslage für Darja Stockers Auseinandersetzung mit dem Labdakiden-Stoff ist der Konflikt zwischen den Zwillingsbrüdern Eteokles und Polineikes um die Herrschaft von Theben. Als Nachkommen von Ödipus haben beide per Geburt Anrecht auf den Thron.
Während Polineikes enterbt, verbannt und selbst über seinen Tod hinaus entwürdigt bleibt, erhält der Bruder Eteokles ein ehrenvolles Begräbnis und wird für die Verteidigung seines Geburtsrechts als Held gefeiert.
Wie kommt es, dass manche Menschen dabei unterstützt werden, ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 196
von Sabrina Hofer
A
Petra Afonin
Schnabeltassen
(Württembergische Landesbühne Esslingen)
Thomas Arzt
Totes Gebirge (Theater in der Josefstadt)
Werthers große Liebe. Oder schick mir die Pistole, Baby
(Theater Phönix)
Auftrag:Lorey
Back to black (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
B
Hans op de Beeck
Die Leere nach dem Fest (Schauspiel Frankfurt)
Sibylle Berg
Und dann kam Mirna...
«It’s not because I’m old
It’s not the life I led
I always liked it slow
That’s what my momma said»
Leonard Cohen
In Bremen höre ich das Nordwestradio, es ist neu aufgestellt, es war mal der Kultursender hier bei Radio Bremen. Jetzt soll er immer seichter und kommerzieller geworden sein, so sagt man hier in Bremen, ich finde das nicht, aber sie spielen immer noch...
Das 20. Jahrhundert ist zu Ende, doch an der Last dieses wirren Zeitalters tragen wir noch immer, an seinem Nachlass aus politischen und religiös-fundamentalistischen Ideologien, am Erbe von Kriegen, Revolutionen und Diktaturen, an mörderischer Gewalt und neuen globalen Gefahren. Die Epoche von Verdun und Stalingrad, Auschwitz und Gulag, Hiroshima und Tschernobyl...
