Werkstatt für Sinn
Seit einigen Jahren schon besucht das Wort die Höfe entlang der Allee von Boutsemtenga und spricht auf erleuchteten Stelen vom Leben. Um zu erscheinen, setzt sich das Wort in Szene. Dieses Jahr hat es beschlossen, sich aufzulehnen. Aus dem sumpfigen Verzicht und der Müdigkeit erhebt es sich gegen die Versklavung der Körper und Gedanken.
» Felwine Sarr, der diese Zeilen in einem Geleitwort schreibt, ist Schirmherr des panafrikanischen Theaterfestivals Récréatrales, das alle zwei Jahre in Ougadougou stattfindet und wahrscheinlich das wichtigste im westafrikanischen, frankophonen Sprachraum ist. Zwei Motive, die er nennt, bestimmen den Geist dieses Festivals: die Sprache und das Aushandeln von Gegenwart und Zukunft. Theater ist hier eine kommunale und lustvolle Praxis von Gesellschaften, die sich neu erfinden. Das macht die Energie, die Intensität, die Intelligenz und die Schönheit dieses Festivals aus, das Produktionen aus allen westafrikanischen Ländern zeigt. «Nous dresser» («Richten wir uns auf») steht über der 2020er-Ausgabe. Damit meint der Regisseur und künstlerische Leiter des Festivals Aristide Tarnagda nicht nur die Pandemie.
Als Récreatrales sich 2002 gründete, war das ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: International, Seite 22
von Stefanie Carp
Dorothea Marcus Wie funktioniert es rein praktisch, in Corona-Zeiten in Belgien Intendant zu sein und in Köln zu wohnen?
Milo Rau Viel besser als ohne Corona in jedem Fall, weil man mehr zu Hause ist.
DM Die Familie freut sich – aber gilt das auch für das NT Gent?
Rau Unser Theater ist seit November geschlossen, wir proben nur. Die Saison beginnt Ende März, wir...
Wenn einer in die Eckkneipe wankt und lauthals «Ich bin nicht Hamlet!» nölt, dann wird es sich der Wirt zweimal überlegen, ob er ihm noch einen Schnaps gibt oder nicht. In der «Wartburg» in Jena aber schiebt Rolfe hinter der Theke gleich das Bier hin, und die Stammgäste warten nur darauf, dass der Monolog nun anhebt. Ob der von Heiner Müller ist oder sonstwem,...
Die Wege eines Theaterstücks sind manchmal verschlungen. In diesem Fall führt der Umstand, dass die in München lebende israelische Regisseurin Sapir Heller sowohl bereits am Landestheater Schwaben als auch ein Stück von Maya Arad Yasur inszeniert hat (2018 die DE von «Amsterdam» am Münchner Volkstheater) folgerichtig dazu, dass das neue Stück der gefragten...
