Wer oder was spricht?

nach Sharon Dodua Otoo «Adas Raum» am Theater Dortmund

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Imposante Gestalten bewegen sich wie schwerelos durch den Zuschauerraum. Gianna-Sophia Weise hat identisch prächtige Kleider aus rotweißem Brokatstoff entworfen: bodenlange taillierte Röcke, die schwingend an Derwischgewänder erinnern, dazu passende Oberteile mit weiten Kapuzen, die ihre Träger:innen optisch fast um einen Kopf vergrößern. Drunter, das kriegen wir später zu sehen, tragen die sechs Schauspieler:innen die gleichen hellblaue Overalls.

Sharon Dodua Otoos Roman «Adas Raum» (2022) erzählt von einer Reise durch Zeit und Raum – und ist zugleich so etwas wie ein intersektionales literarisches Experiment. Eine Art göttlicher Hauch, «Brise» genannt, fährt in verschiedene Gegenstände, die zu Ich-Erzählenden werden – ein Besen, ein Türknauf, ein Reise -pass –, und in vier Adas, die unter verschiedenen Bedingungen versuchen, sich minimale Freiheit zu erstreiten. Eine Ada lebt mitten im 15. Jahrhundert in Totope, Westafrika, und betrauert ihr kurz nach der Geburt gestorbenes Baby, just als portugiesische Kolonisatoren an der Küste vor Anker gehen. Die Mathematikerin Ada Lovelace hat 1848 in London eine Affaire mit Charles Dickens; eine polnisch-jüdische Ada arbeitet 1945 im ...

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Theater heute August/September 2024
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Eva Behrendt

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