Wenigstens Musik
Vergangene Saison, nach der Premiere von Milan Peschels fein gewobenem «Ich werde dich lieben», wurde bekannt, dass große Teile des Schweriner Ensembles ebenso wie Schauspieldirektorin Nina Steinhilber nicht verlängert würden. Es ging das (auch von Peschels Inszenierung befeuerte) Gerücht um, man wolle am Haus kommerzieller werden, stärker in Richtung Musical gehen.
Und wenn die neue, freilich noch von Steinhilber verantwortete Spielzeit jetzt mit einer ins Jukebox-Musical ausgreifenden Version von Tankred Dorsts und Ursula Ehlers König-Artus-Variation «Merlin oder Das wüste Land» beginnt, dann scheint das solche Befürchtungen zu bestätigen.
So einfach ist es aber nicht: Das Theatergebäude des Mecklenburgischen Staats -theaters wird saniert, gespielt wird währenddessen in einem Zirkuszelt jenseits des Schlossparks – solch ein Ort will mit Opulenz und Knalleffekten erobert werden. Entsprechend ist nachvollziehbar, weswegen der im Hauptberuf am Haus als Schauspieler engagierte Regisseur Jonas Steglich hier auf Rockmusik, märchenhafte Kostüme (Hanna Peter) und ein großformatiges, wandelbares Bühnenbild (Andreas Alexander Straßer) setzt. Zumal die von Schlagzeuger Raphael Käding ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Falk Schreiber
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Als «Zauberformel» bezeichnen die Schweizer:innen das eingespielte Proporzverhältnis im Bundesrat, der Regierung, mit abgezählten Sitzen für die wichtigsten Parteien. Sie garantiert die typische helvetische Verlangsamung der Prozesse und eine gewisse Stabilität der Verhältnisse. Dass es um Letztere gleichwohl nicht zum Besten steht, weiß allerdings jedes Kind....
Es war Januar 1970, als eine Gruppe junger Theaterkünstler:innen darüber nachdachte, im Privattheater der Schaubühne Berlin am Halleschen Ufer erstmals ein festes Ensemble zu gründen. Alle von ihnen hätten auch an einem Stadt- oder Staatstheater unterkommen können, denn sie waren keine Unbekannten, hatten bspw. in der «Tasso»-Inszenierung am Bremer Theater...
