Die Kraft der Entblößung

Falk Richter reflektiert mit «Hannah Zabrisky tritt nicht auf» den Theaterbetrieb an der Schaubühne, das Maxim-Gorki-Theater zeigt mit Lola Arias’ «Androgynous. Portrait of a Naked Dancer.» und Hakan Savas Micans «Berlin Karl-Marx-Platz» letzte Premieren und Wiederaufnahmen seiner Stammregisseur:innen

Theater heute - Logo

Langsamer Tod» steht auf der Leuchttafel über dem chromblitzenden Theaterportal, das Bühnenbildnerin Nina Wetzel neben einem geräumigen Hotelzimmer, einer Proben-Garderobe und Videoscreens in allen erdenklichen Größen auf die Drehbühne hat stapeln lassen. Gleich über dem verheißungsvollen Titel der Name der fiktiven Schauspielerin, die diesen performen soll: Hannah Zabrisky. Natürlich ist «Langsamer Tod» kein «Die hard». Das Stück, das hier gespielt wird, soll vom resignierten, qualvollen Ausfaden im sozialen Abseits spielen, kurz: vom Leben einer Frau über 50.

Das Referenzwerk, vor dessen Hintergrund der seinerseits 56-jährige Autor und Regisseur Falk Richter sein Stück «Hannah Zabrisky tritt nicht auf» für die Schaubühne neu und frei geschrieben hat, ist John Cassa -vetes Theaterfilmklassiker «Opening night» von 1977. Darin sträubt sich der Broadway-Star Myrtle Gordon (Gena Rowlands) hartnäckig, eine ältere Frau zu spielen, die mit schwindender Attraktivität ringt und darüber in eine Ehekrise schlittert. Sie habe ihr doch die Rolle auf den Leib geschrieben, sagt die über 60-jährige Autorin des Stücks eiskalt verständnislos zur ebenso daueral -koholisierten wie hinreißenden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
Tierisch abgetaucht

Sie haben einen schlechten Ruf, gelten als schäbig lachende Aasfresser. Doch Hyänen sind, das zeigen jüngste Forschungen, die wohl missverstandensten Säugetiere überhaupt. Bei ihnen herrscht ein striktes Ma -triarchat, und Hyänenmütter gehen mit ihrem Nachwuchs unfassbar liebevoll um. All das recherchiert man, etwas ratlos geblieben, nach der deutschsprachigen...

Eine Einheit aus ständigen Brüchen

Robert Wilson lebte noch, als Richard Foreman Anfang letzten Jahres starb, aber für Helen Shaw war es der Tod Foremans, der das Ende einer Epoche markierte: «Für mich, und für viele andere, war ein ganzes Halbjahrhundert … einfach die Ära des Richard Foreman.» Ihr großer Nachruf erschien im «New Yorker», und mit New York war die Ära des Richard Foreman in erster...

Suchlauf 1/26

WWW.ARTE.DE 
Die Coen-Brüder – Eine amerikanische Geschichte

Dokumentation von Sarah Aspinall, D 2025 Die Brüder Joel und Ethan Coen haben in eigenwilligen Filmen aus Thriller, Komödien, Tragödien, Western, Musicals und Spionage ein ganz eigenes Genre in der Welt des Kinos geschaffen. Die Dokumentation zeigt die Entwicklung der Zusammenarbeit zweier Brüder in...