Welt am Anschlag
Kleiner Weltuntergang gefällig? Bitte sehr! Gerade nimmt ein netter Mega -sturm Kurs auf Westeuropa, der alles ratzekahl wegfegen wird bis unters Fundament, Mensch und Tier eingeschlossen. Soweit die Annahme in Theresia Walsers «Die Erwartung», die ausgewähltes Mittelstandspersonal beim letzten Packen und Flüchten ausführlich zu Wort kommen lässt.
Von oben nach unten: Die leider hochverschuldete Finanzmarktspekulantin Ada mit ihrem leicht einfältigen Gatten Ron, Sportlehrer mit Gipsbein.
Eine Etage drunter im Eigenheim ihre Untermieter Ellie und Eddy, Prepper und coole Untergangsspezialisten, die sich mit ihren 800 gehorteten Konservendosen von nichts aus der Ruhe bringen lassen. Schließlich drei WG-Bewohner aus der Gig-Economy, Taxifahrer Bardi, Möbelhaus-Faktotum Karem und trans Singer/Songwriter Conni. Als pittoreske Sidekicks auch mit von der Untergangs-Partie: Adas Vater, Senior im Rollstuhl, die unerschütterliche Naturschützerin Laura, die selbst verunglückten Nachtfaltern neue Flügel anklebt, und eine sprechende Ziege, die angesichts der Situation einigermaßen fassungslos scheint, aber auch routiniert bühnenerfahren: Sie reflektiert ausführlich ihre «falschen Abgänge», und ...
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Theater heute April 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Franz Wille
Zwei Tage vor der Premiere von Alfred Jarrys «Ubu» am Hamburger Thalia Theater postet Donald Trump einen Clip auf seiner Plattform «Truth So -cial». Das kurze Filmchen ist vollständig von einer (augenscheinlich nicht besonders raffiniert programmierten) KI erstellt und zeigt, wie sich der US-Präsident die Zukunft von Gaza nach dem Krieg vorstellt: als schrillbunten...
Dorothea Marcus Was bedeutet das Thema Schwarze Männlichkeit für Sie? Gerade als Feministin? Warum haben Sie das Thema an den Anfang Ihrer Podcastreihe gestellt?
Natasha A. Kelly Weil es ein Thema der Zeit ist und auch in unserer Community ein wichtiges Thema. Schwarze Frauen, wie etwa May Ayim und Katharina Oguntoye, haben innerhalb der Frauenbewegung der 1980er...
Die Wut, wo kommt sie her? Der zentrale Satz in Necati Öziris Roman «Vatermal» und auch in Bassam Ghazis Inszenierung im Schauspiel Köln lautet: «Ihr wart beides, weg und trotzdem da. Und deshalb hätten wir euch doch gebraucht. Aber anders. Damit ihr uns vorlebt, wie man mit der Gewalt, die in einem schlummert, umgeht, wie man Wut in Taktik verwandelt.» Alle drei...
