«Wir sind ein Knotenpunkt»

Seit Ende 2021 gibt es in Nordrhein-Westfalen den Verein Black German Arts and Culture, gegründet unter anderem von der Kulturwissenschaftlerin Natasha A. Kelly, gefordert nach dem Rassismus-Skandal am Düsseldorfer Schauspielhaus im Jahr 2021, als der Schauspieler Ron Iyamu seine Diskriminierungserfahrung auf Proben öffentlich machte. Ein Gespräch mit Natasha A. Kelly

Theater heute - Logo

Dorothea Marcus Was bedeutet das Thema Schwarze Männlichkeit für Sie? Gerade als Feministin? Warum haben Sie das Thema an den Anfang Ihrer Podcastreihe gestellt? 
Natasha A. Kelly Weil es ein Thema der Zeit ist und auch in unserer Community ein wichtiges Thema. Schwarze Frauen, wie etwa May Ayim und Katharina Oguntoye, haben innerhalb der Frauenbewegung der 1980er Jahre die Schwarze deutsche Community gestartet und damit politisch viel erreicht. Schwarze Frauen hatten in der Community daher immer ein gewisses Standing.

Doch es schwächt uns, nicht alle Mitglieder mitzunehmen, etwa unsere Brüder, Schwarze Männer. Oder auch non-binäre oder trans Personen. Es war mir ein Anliegen auszudrücken: Man kann Schwarze, feministische Geschichte 400 Jahre lang zurückver -folgen, wie ich das in meinem Buch «Schwarz. Deutsch. Weiblich» (Piper Verlag, 2023) gemacht habe, doch es ist wichtig, auch die Männer mitzu -nehmen: Wo sind unsere Gemeinsamkeiten, wo sind unsere Unterschiede, und wie zieht sich der strukturelle Rassismus durch die Community? Wie spaltet er uns, und wie können wir das dekonstruieren? 

DM Während der Veranstaltung wurde über den Schmerz gesprochen, den abwesende Männer in der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute April 2025
Rubrik: Akteure, Seite 32
von Dorothea Marcus

Weitere Beiträge
Please, let there be peace

Ziemlich genau vor einem Jahr gewann Christopher Nolans großes Filmepos «Oppenheimer» über den Bau der ersten Atombombe sieben Oscars. Dabei sparte der Film – wahrscheinlich aus dramaturgischen Gründen – den einzigen Wissenschaftler aus, der das geheime Manhattan-Projekt und Los Alamos bereits im Jahr 1944 aus ethischen Gründen verlassen hatte: den...

Frauen am Rand der Übersinnlichkeit

Auch, wenn es der Titel erst mal nicht vermuten lässt: In «Das Licht», Tom Tykwers Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale, lauert de facto die Apokalypse – und zwar direkt vor der Büro-Tür: Kein Tag, an dem Lars Eidinger als High Performer einer Werbeagentur, der seine Kampagnen gern mit den Abendbrottisch-O-Tönen seiner Fridays-for-Future-Tochter...

Über alle Hoffnung erhaben

Mehr Steuern, weniger Ausgaben. Frankreich geht es nicht anders als anderen Ländern, es muss gespart werden. Mit Ach und Krach und viel zu spät hat Premier François Bayrou seinen Staatshaushalt durchgedrückt, der 50 Milliarden Euro einbringen soll, 20 Milliarden über zusätzliche Steuern, 30 Milliarden durch Kürzungen in den Ministerien. Für die Kultur bedeutet das...