Weimar: Einer wird verlieren
Die Zukunft sieht wieder einmal nicht schön aus. Wenn es nach Jörn Klare geht, hat sich die Menschheit zwar einerseits restlos diskreditiert, weil sie im Kampf gegen die Klimakatastrophe versagt hat, andererseits war sie aber schlau – oder dumm? – genug, ziemlich effiziente Algorithmen zu entwickeln. Diese «Algos», so die kumpelhafte Bezeichnung für künstliche Intelligenz, haben inzwischen die Macht übernommen und entscheiden, wer bei beschränkten Ressourcen weiterleben darf oder nicht. Dabei geht es um klare Kosten/Nutzen-Rechnungen.
Wer zu alt, krank oder sonstwie hinfällig ist, dem wird nahegelegt, der Menschheit nicht mehr weiter zur Last zu fallen. Wer das nicht freiwillig einsieht, dem wird nachgeholfen.
In «Restleben» treffen sechs entmündigte Erdlinge in einem geschlossenen Raum zur «Ressourcenoptimierung» aufeinander. Bei Wasser und würfelförmiger Gelatine-Nahrung müssen sie unter ständiger Kamerabeobachtung abwarten, was die Algos mit ihnen vorhaben. Die Situation führt, wie aus zahllosen Geschlossene-Gesellschafts-Plots nicht anders zu erwarten, zu fortschreitendem gegenseitigen Psycho-Gemetzel, das in der Regie von Sebastian Martin vergleichsweise mild ausfällt. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Streng blickt der junge Tschaikowsky vom großen Poster auf das Bett von Jannik, gespielt im Fatsuit von Alexander Pensel, der sich gerade zu einer Rachmaninov-Suite einen runterholt – natürlich um dann punktgenau von seiner Mutter (Petra Ehlert) dabei gestört zu werden. Jugend ist ein Stahlbad, besonders wenn man gleichzeitig schwul, dick und eben ein Klassik-Nerd...
Ein Wunder», ein «Prunkstück», ein «herrliche(s), unvergleiche(s) Haus», ja, ein «Traumhaus» – so überschwänglich beschrieb der nach Bayreuth entsandte Berichterstatter der «FAZ» im April das gerade wiedereröffnete Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth, das 2012 den «Weltkulturerbestatus» der Unesco erhalten hat und von 2013 an vom Land Bayern für 30 Millionen...
Das Schauspiel Stuttgart startet neu nach Armin Petras’ vorzeitigem Abgang: Burkhard Kosminski verspricht, dass es rundgehen werde – womit nicht nur die hakelnde Drehbühne gemeint ist. In der ersten Premierenrunde werden u.a. Wajdi Mouawads «Die Vögel» und Clemens Setz’ «Die Abweichungen» ur- und erstaufgeführt.
Mit «Dantons Tod» in Burkina Faso: Das Schauspiel...
