Weimar: Einer wird verlieren
Die Zukunft sieht wieder einmal nicht schön aus. Wenn es nach Jörn Klare geht, hat sich die Menschheit zwar einerseits restlos diskreditiert, weil sie im Kampf gegen die Klimakatastrophe versagt hat, andererseits war sie aber schlau – oder dumm? – genug, ziemlich effiziente Algorithmen zu entwickeln. Diese «Algos», so die kumpelhafte Bezeichnung für künstliche Intelligenz, haben inzwischen die Macht übernommen und entscheiden, wer bei beschränkten Ressourcen weiterleben darf oder nicht. Dabei geht es um klare Kosten/Nutzen-Rechnungen.
Wer zu alt, krank oder sonstwie hinfällig ist, dem wird nahegelegt, der Menschheit nicht mehr weiter zur Last zu fallen. Wer das nicht freiwillig einsieht, dem wird nachgeholfen.
In «Restleben» treffen sechs entmündigte Erdlinge in einem geschlossenen Raum zur «Ressourcenoptimierung» aufeinander. Bei Wasser und würfelförmiger Gelatine-Nahrung müssen sie unter ständiger Kamerabeobachtung abwarten, was die Algos mit ihnen vorhaben. Die Situation führt, wie aus zahllosen Geschlossene-Gesellschafts-Plots nicht anders zu erwarten, zu fortschreitendem gegenseitigen Psycho-Gemetzel, das in der Regie von Sebastian Martin vergleichsweise mild ausfällt. ...
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