Die Macht der Frauen
So eine Nebelmaschine ist eine vielseitige Erfindung. Sie ist äußerst kostengünstig im Einsatz, sie hat, wenn die weißen Wolken schweben, einiges an atmosphärischer Kraft; sie verschluckt, großzügig angewendet, problemlos Menschen und spuckt sie andernorts wieder aus, und sie ist auch metaphorisch äußerst flexibel. Der feine Dunst kann einiges bedeuten: Von Vergangenheit im Ungefähr über Einsamkeit und Zersplitterung mit Untertönen von Wehmut und Schmerz: das perfekte Tool für sensible Romantiker, verunsicherte Gegenwartsdiagnostiker oder beide.
Vor allem ist so eine Nebelwand der ideale Zusammenhangskitt für Leute, die nur sehr oberflächlich, zufällig oder über andere sechs Ecken miteinander zu tun haben. Zum Beispiel dysfunktional atomisierte Kleinfamilien, deren emotionaler Zusammenhang längst in den Zustand von Bauschutt übergegangen ist, die aber über Tradition, gemeinsame Konten oder eine herzliche Gewaltgeschichte immer noch untrennbar verbunden sind und im Lauf der Jahre ein paar zufällige Lebenstrabanten um sich herum angehäuft haben. Wenn solche Leute in eine Nebelmaschine geraten, die ihnen den nötigen diffusen Rückhalt gibt, kann es sogar richtig spannend werden.
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