Die Macht der Frauen
So eine Nebelmaschine ist eine vielseitige Erfindung. Sie ist äußerst kostengünstig im Einsatz, sie hat, wenn die weißen Wolken schweben, einiges an atmosphärischer Kraft; sie verschluckt, großzügig angewendet, problemlos Menschen und spuckt sie andernorts wieder aus, und sie ist auch metaphorisch äußerst flexibel. Der feine Dunst kann einiges bedeuten: Von Vergangenheit im Ungefähr über Einsamkeit und Zersplitterung mit Untertönen von Wehmut und Schmerz: das perfekte Tool für sensible Romantiker, verunsicherte Gegenwartsdiagnostiker oder beide.
Vor allem ist so eine Nebelwand der ideale Zusammenhangskitt für Leute, die nur sehr oberflächlich, zufällig oder über andere sechs Ecken miteinander zu tun haben. Zum Beispiel dysfunktional atomisierte Kleinfamilien, deren emotionaler Zusammenhang längst in den Zustand von Bauschutt übergegangen ist, die aber über Tradition, gemeinsame Konten oder eine herzliche Gewaltgeschichte immer noch untrennbar verbunden sind und im Lauf der Jahre ein paar zufällige Lebenstrabanten um sich herum angehäuft haben. Wenn solche Leute in eine Nebelmaschine geraten, die ihnen den nötigen diffusen Rückhalt gibt, kann es sogar richtig spannend werden.
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Das Theater kann auch in den schlimmsten und bedrohlichsten Stunden des Lebens für ein Durchatmen gut sein. Fritz streift in den letzten Kriegstagen 1945 durch das zerbombte Berlin, desillusioniert, eigentlich will er mit dem ganzen Schlamassel nichts mehr zu tun haben: nur weg hier, hinaus zu den Seen, wo sein Boot auf ihn wartet, das ihm Schutz und Unsichtbarkeit...
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Geben Kunde allen Menschen, hier steht es ja, nicht in dieser Zeitung, es steht auch in der elektrischen Ausgabe, nein, in der andren dort, die auch elektrifiziert und besonders erhellend ist, in dieser nicht, das werden wir uns merken, daß es hier nicht steht, in dieser andren Zeitung, die es auch noch merken wird, ich weiß nur nicht, was, denn niemand hat...
Das Drama als Gesellschaftstanz: Grundschritt, Wiegeschritt, vor und zurück. Die bunt gekleidete Formation auf der kahlen Schauspiel-Bühne des Kölner Depots schlenkert die Glieder und wedelt hüftbetont, als würde sie unsichtbare Rumba-Rasseln schwingen. Die Muskelpakete der Männer sind unter den Shirts verrutscht wie zu Buckeln. Die Frauen sind vermummt in...
