We stand with Ukraine

Die Sonne scheint, der Krieg ist nebenan, aus der ganzen Welt sind Theaterleute eingereist: der georgische Showcase in Tiflis in schwierigen Zeiten

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Tiflis, Ende September 2022. Wüsste man es nicht, man ahnte es kaum: Die Straßen so voll, die Menschen heiter, Musik tönt aus den Cafés und Restaurants an der langen Fressmeile zwischen dem schicken Festivalhotel am Fluss und dem Marjanishvili Theater, dem Zentrum des Georgian Showcase 2022. Es ist Krieg in der Ukraine, die Grenze zum Aggressor Russland ist keine 180 km weit entfernt, und ins internationale Stimmengewirr auf den Straßen mischt sich sehr viel Russisch: Über 50.000 junge Männer sind nach der zweiten Mobilmachung Putins am 21.

September ins Nachbarland geflohen, bevor Grenzkontrollen begannen, die Wehrpflichtigen herauszufiltern. 

Der Straßenverkehr steht kurz vor dem Kollaps. Wir gehen zu Fuß ins Festivalzentrum, wo die Festivalleiterin Ekaterine Mazmiashvili die Kuratoren, Theatermacher, Kritiker aus 21 Ländern begrüßt, auf diesem «Marktplatz der Kollaborationen», «bringing them together in a troubled world». Im Foyer des Theaters haben die zum Festival eingeladenen und die gastgebenden Häuser Stände aufgebaut und verteilen üppig Flyer und Programme. Ja, das hier ist ein Marktplatz, der sehr deutlich erklärt: Schaut her! Wir brauchen euch. Wir brauchen den Blick ...

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Theater heute 12 2022
Rubrik: International, Seite 38
von Barbara Burckhardt

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