Umtausch ausgeschlossen
Da ist zunächst einmal der Name: Hauser. Natürlich verweist der auf das Nürnberger Findelkind Kaspar. Aber im Gegensatz zu diesem, der des Sprechens nicht mächtig war, brabbelt dieser Typ gleichen Nachnamens permanent vor sich hin. David Hauser führt in Steffen Menschings neuem Roman Selbstgespräche – notgedrungen, denn er ist mutterseelenallein, ausgesetzt wie sein mythenumwobener Schicksalsgenosse in einer fremden, unwirtlichen Umgebung. Die freilich ist voller Berge und Schluchten und einer endlosen Weite, die kein Blick mehr abschätzen kann.
Die Einsamkeit umgibt diese beiden Hausers gleichermaßen, und sie müssen ganz langsam lernen, sich zurechtzufinden, zu überleben.
Steffen Mensching, der Rudolstädter Intendant und Romancier, legt mit «Hausers Ausflug» ein Buch vor, das sich nicht wie sein überraschender Erfolg «Schermanns Augen» (ein «Jahrhundertroman», wie Christoph Hein sagte) um die Vergangenheiten schert, sondern in einer gar nicht so fernen Zukunft spielt. Ein paar Jahre von unserem entfernt landet jener David Hauser irgendwo auf der Welt in der unwirtlichen Pampa: Er ist buchstäblich vom Himmel gefallen, in einer Box am Fallschirm, die der erfolgreiche Industrielle ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute 12 2022
Rubrik: Bücher, Seite 51
von Bernd Noack
Sein allererster Auftritt dauert keine Schreckminute: Als der Berliner Unternehmer Arthur Grünberg (Alexander Scheer) nachts in seinem noch nicht eröffneten Kaufhaus Jonass Geräusche hört, erwischt er nicht die drei jungen Eindringlinge, die den Lärm verursacht haben, sondern seinen einstigen Front-Mechaniker Gerd Helbig, der reichlich verwahrlost mit einer Flasche...
Manchmal muss man die Aktualität eines Stoffes gar nicht behaupten, sie ergibt sich einfach. So geschehen mit der Dresdner «Gas-Trilogie», ein expressionistischer Theaterreigen von Georg Kaiser, den Sebastian Baumgarten jetzt auf die Hinterbühne des Staatsschauspiels gestellt hat. Sie atmet aus jeder Pore vergangene Zukunft, was auch an der Bühne von Thilo Reuther...
Ihr erstes Theaterstück hat die 28-jährige Amanda Lasker-Berlin mit 18 geschrieben, und ihr Kunststudium an der Bauhaus-Universität in Weimar hat sie ab -gebrochen, um stattdessen in Ludwigsburg Theaterregie zu inskribieren. Trotzdem hat Lasker-Berlin als Autorin bisher eher mit Prosa reüssiert. Während ihr bei den Autorentheatertagen in Berlin 2021 uraufgeführtes...
