Umtausch ausgeschlossen
Da ist zunächst einmal der Name: Hauser. Natürlich verweist der auf das Nürnberger Findelkind Kaspar. Aber im Gegensatz zu diesem, der des Sprechens nicht mächtig war, brabbelt dieser Typ gleichen Nachnamens permanent vor sich hin. David Hauser führt in Steffen Menschings neuem Roman Selbstgespräche – notgedrungen, denn er ist mutterseelenallein, ausgesetzt wie sein mythenumwobener Schicksalsgenosse in einer fremden, unwirtlichen Umgebung. Die freilich ist voller Berge und Schluchten und einer endlosen Weite, die kein Blick mehr abschätzen kann.
Die Einsamkeit umgibt diese beiden Hausers gleichermaßen, und sie müssen ganz langsam lernen, sich zurechtzufinden, zu überleben.
Steffen Mensching, der Rudolstädter Intendant und Romancier, legt mit «Hausers Ausflug» ein Buch vor, das sich nicht wie sein überraschender Erfolg «Schermanns Augen» (ein «Jahrhundertroman», wie Christoph Hein sagte) um die Vergangenheiten schert, sondern in einer gar nicht so fernen Zukunft spielt. Ein paar Jahre von unserem entfernt landet jener David Hauser irgendwo auf der Welt in der unwirtlichen Pampa: Er ist buchstäblich vom Himmel gefallen, in einer Box am Fallschirm, die der erfolgreiche Industrielle ...
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Theater heute 12 2022
Rubrik: Bücher, Seite 51
von Bernd Noack
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