Wasser und Luft
Zwei Festivals gleichzeitig an den Start zu bringen, das klingt etwas nach Sahnetorte mit Schlagobers.
Was ergänzt, was überdeckt sich, was konkurriert und was befeuert sich da? «Freischwimmen meets Rodeo» verknüpfte im Oktober in München einmalig das biennale Festival der lokalen freien Szene mit der Austausch- und Produktionsplattform für junge Kollektive und Künstler:innen, die im Rahmen des Netzwerks von acht assoziierten Produktionshäusern aus dem deutschsprachigen Raum (brut Wien, FFT Düsseldorf, Gessnerallee Zürich, HochX München, LOFFT – DAS THEATER Leipzig, Schwankhalle Bremen, Sophiensæle Berlin und Theater Rampe Stuttgart) über zwei Jahre gefördert und begleitet werden. 15 Produktionen aus beiden Pools, dazu Begegnungsformate, Partys und ein subversiver Handarbeitsworkshop sorgten zunächst einmal für Fülle im Programm und ein wenig Verwirrung bei den unterschiedlichen kuratorischen Vorgehensweisen: Während die Münchner Auswahl von sechs Produktionen aus einem Open Call von 46 eingesandten Bewerbungen durch eine Jury zusammen mit den beiden Festivalleiterinnen Antonia Beermann und Ute Gröbel von der Spielstätte HochX herausgefiltert wurde, standen die Freischwimmer:innen aufgrund ihrer Teilnahme am Förderprogramm bereits fest, wobei zum Teil auch Try Outs und noch recht rudi -mentäre Arbeitsstände gezeigt wurden. ...
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Theater heute 12 2022
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Silvia Stammen
«Das leidendste Tier auf Erden erfand sich das Lachen»
Friedrich Nietzsche
Im 13. Jahrhundert», erklärt uns der aus Burkina Faso stammende Politikwissenschaftler Wilfried Zoungrana, «legte der Kaiser des damaligen Malireiches ‹Scherzverwandtschaften› zwischen verschiedenen Völkern fest, um Frieden zu stiften.» Was mag das bedeuten? Hinter dem Wort...
Ein perfektes Dilemma: Kulturelle Appropriation, also die Aneignung von Elementen fremder Kulturen, ist einerseits unverzichtbar, wenn es um einen kulturellen Austausch gehen soll, der sich nicht in den engen Grenzen einer gefühlt eigenen Kultur einmauern will. Denn die Verweigerung jeder kulturellen Appropriation führt geradewegs in den Ethnozentrismus: Jeder...
Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht das Haus. Allerdings nur auf der portalfüllenden Leinwand vorn an der Rampe, auf der ein Tisch steht, an dem fünf Schauspieler:innen hocken wie Krähen in einer Winterlandschaft. Sivan Ben Yishai hat ihnen einen elegant-fiesen Prolog für den «Nora»-Teil des großen Doppelabends geschrieben, den die Regisseurin Felicitas...
