Was von der Romantik übrig bleibt

Stuttgarter Albträume: Achim Freyer inszeniert E.T.A. Hoffmanns «Goldenen Topf» am Schauspielhaus, Friederike Heller Elfriede Jelineks «Wolken.Heim.» im Kammertheater

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Achim Freyer tollt beim enthusiasmierten Premierenapplaus auf der Bühne herum wie ein Kind, das zum ersten Mal Schnee sieht. Am rechten Fuß einen blauen, am linken einen gelben Schuh. Solch kindliche Freude scheint auch seine Bühnenadaption von E.T.A. Hoffmanns romantischer Novelle «Der goldene Topf» von 1814 befeuert zu haben. Freude über die Möglichkeit, sich kreativ vor allem in den Kostümen auszuleben.

Der 85-jährige Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner hat aus Hoffmanns erfolgreichster Prosa im Stuttgarter Staatstheater eine tatsächlich quietschvergnügte Albtraumszenerie gemacht. Alle Neune des Ensembles wechseln ständig Kleider und Masken. 

Tod im Tutu

Freyers trashiges Schaubuden-Personal kennt man in Stuttgart, wo er in den 1970er und 80er Jahren Riesenerfolge feierte: So stattete er den Peymann-«Faust» aus, inszenierte an der Staatsoper die Philip-Glass-Trilogie und den «Freischütz». Und auch was sich jetzt alles an Kreaturen auf der Drehbühne des Schauspielhauses tummelt, ist wahrlich kurios: eine riesige Frau etwa, auf der oben ein winziger Puppenkopf steckt, Geschöpfe mit einem Verkehrsleitkegel auf dem Kopf oder einer Kaffeekanne, der Tod im Tutu, Langnasen, ...

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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Verena Großkreutz

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