Hamburg: Kein fester Boden

Maya Arad Yasur «In der Schwebe», Kleist «Amphitryon»

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Zwei Migranten in McJobs: 30. Stock, Fassadenreinigung. Immerhin ist die Bezahlung gut, auf die andere Seite der Glasfassade, in die Vorstandsetage, wird man es ohnehin nicht schaffen. Und: Man ist sicher vor dem Bürgerkrieg im Heimatland. Allerdings ragen die Auswirkungen des Krieges bis ins 30. Stockwerk: Benjamins Familie wurde im Krieg von Rebellen überfallen, sein Vater umgebracht, seine Schwester vergewaltigt. Und Isaac hatte sich vor seiner Flucht den Rebellen angeschlossen, schlimmer noch: Er war der Vergewaltiger.

Maya Arad Yasurs «Diamond Stars» benannte bei der Uraufführung 2010 noch konkrete Länder und Kriege, die Überarbeitung «In der Schwebe» verzichtet auf die klaren Konkretisierungen und fokussiert sich auf den Schwebezustand der Protagonisten, zwischen Krieg und Frieden, zwischen Migration und Ankommen, zwischen Belastung und Erlösung. Ein Schwebezustand, der in der Migrationsgesellschaft zur Standardsituation wird.

Marion Schindler hat für Alek Niemiros Inszenierung an der Thalia-Nebenspielstätte Gaußstraße ein so einleuchtendes wie funktionales Bühnenbild gebaut: einen langen Sims vor einem halbdurchsichtigen Vorhang, auf dem Bekim Latifi als Benjamin und Steffen ...

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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Falk Schreiber

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