«Was tut, was sagt, was lässt man denn?»
Kann sein, dass ihr speziell an diesem Tag so deutlich wie wohl selten sonst der Übergang vor Augen steht, in dem sie sich gerade befindet. Noch einmal hat sie jenes erstaunliche Stück Theaterforschung aus der Erinnerung auf die Bühne zurück geholt, mit dem sie einer breiteren Öffentlichkeit erstmals nachhaltig «aufgefallen» ist: «Die Gerechten» von Albert Camus, erarbeitet noch im Zusammenhang des Regiestudiums an der Hamburger Theaterakademie und jetzt wieder zu sehen in deren «Finale 07» zum Abschluss des Studienjahres wie der Theatersaison.
Wie verschworen miteinander hätten sie sich bei dieser Arbeit doch alle gefühlt, erzählt Jette Steckel, und sie leuchtet. Fragt sich aber auch gleich, und nur rhetorisch, warum und wie es ohne diesen Grad von Verständigung eigentlich weitergehen solle – denn «von Interesse war doch gerade das: das Gemeinsame».
Aber längst ist ja klar, dass und wie es weitergeht – in ein paar Minuten schauen die Kollegen von Karin Beiers Team am Kölner Schauspiel vorbei, um mit ihr über die Arbeit zu verhandeln, die sie zu deren erstem Spielplan dort beitragen wird – «Schattenstimmen», ein neues Projekt von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel; so steht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 136
von Michael Laages
Die Zukunft unserer Gesellschaft wird alt aussehen, so viel hat sich inzwischen herumgesprochen. Wer heute mit 65 in Rente oder mit Ende 50 in den Vorruhestand geht, hat in der Regel ein Drittel seines Lebens noch vor sich. Es wird in Zukunft nicht nur mehr Alte als Junge geben, sondern jeder Einzelne wird in seinem Leben auch länger alt als jung sein....
Wie das denn gehen solle, jammere ich der Freundin telefonisch ins Ohr – ein Geheimnis entschlüsseln, ein Rezept für Erfolg analysieren. Und nein, nein sagen, ginge in dem Falle gar nicht, schließlich wolle man vor der Herausforderung nicht kneifen, und es sei ja auch eine Ehre, und – stimmt – man fühle sich in seiner Eitelkeit geschmeichelt – und jetzt säße man...
Dieser Herbst ist wieder mal ein deutscher Herbst. Aber diesmal zieht sich der Herbst schon durch das ganze Jahr. Alle möglichen Leute versuchen auf Teufel komm raus, die Geschichte der RAF für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Jetzt, da die letzten Häftlinge bald ihre Zellen verlassen werden, ist der Kampf um die Deutungshoheit entbrannt. In der Literatur, im...
