«Was tut, was sagt, was lässt man denn?»
Kann sein, dass ihr speziell an diesem Tag so deutlich wie wohl selten sonst der Übergang vor Augen steht, in dem sie sich gerade befindet. Noch einmal hat sie jenes erstaunliche Stück Theaterforschung aus der Erinnerung auf die Bühne zurück geholt, mit dem sie einer breiteren Öffentlichkeit erstmals nachhaltig «aufgefallen» ist: «Die Gerechten» von Albert Camus, erarbeitet noch im Zusammenhang des Regiestudiums an der Hamburger Theaterakademie und jetzt wieder zu sehen in deren «Finale 07» zum Abschluss des Studienjahres wie der Theatersaison.
Wie verschworen miteinander hätten sie sich bei dieser Arbeit doch alle gefühlt, erzählt Jette Steckel, und sie leuchtet. Fragt sich aber auch gleich, und nur rhetorisch, warum und wie es ohne diesen Grad von Verständigung eigentlich weitergehen solle – denn «von Interesse war doch gerade das: das Gemeinsame».
Aber längst ist ja klar, dass und wie es weitergeht – in ein paar Minuten schauen die Kollegen von Karin Beiers Team am Kölner Schauspiel vorbei, um mit ihr über die Arbeit zu verhandeln, die sie zu deren erstem Spielplan dort beitragen wird – «Schattenstimmen», ein neues Projekt von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel; so steht ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 136
von Michael Laages
Was wollen Theaterleute, die zum ersten Mal Intendant werden – und zwar gleich an großen Häusern? Die Regisseurin Karin Beier startet im Herbst am Schauspiel Köln, zwei Jahre später wird der Wiener Chefdramaturg Joachim Lux das Hamburger Thalia Theater entern und sein Berliner DT-Kollege Oliver Reese das Schauspiel Frankfurt.
Ein Gespräch über die Situation der...
Magst du für das Jahrbuch darüber schreiben, warum das Thalia Theater so toll ist?» Ein Super-Auftrag, den mir Franz Wille so en passant am Telefon mit auf den Weg gibt. Und ich bin auch noch so blöd, zuzusagen! Aber er wird Recht haben, mir wird ungeheuer vieles einfallen, schließlich bin ich wirklich gerne an diesem Theater. Was also könnte ich schreiben, ohne...
Vor rund sechzig Jahren saß das linke Traumpaar des 20. Jahrhunderts zeitgleich an zwei Werken: Simone de Beauvoir an der frühen Bibel des Feminismus «Das andere Geschlecht», Jean-Paul Sartre an den «Schmutzigen Händen», dem Stück mit der Frage nach dem Verhältnis von Zweck und Moral, Idee und Tat politischen Handelns, durch die er eine weibliche Figur tollen...
