Was tun? Oder nichts tun?

Kapitale Stücke: In Stuttgart und Leipzig untersuchen Volker Lösch und Jorinde Dröse das kritische Potenzial in «Hamlet», in Berlin zeigt Thomas Ostermeier Ibsens «John Gabriel Borkmann», René Pollesch brät ein «Spiegelei des Terrors»

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Wer hätte gedacht, dass Shakespeares Hamlet einmal die Herausforderungen einer Weltfinanzkrise bestehen muss? Ausgerechnet Hamlet, einer der ersten dramatischen Europäer, der anfängt, auf offener Bühne über sich nachzudenken und prompt zu keinem klaren Entschluss mehr findet. Ausgerechnet Hamlet, der nicht einmal den Mord an seinem Vater rächen kann, ohne ein ganzes Königreich ins Verderben zu reißen. Ausgerechnet Hamlet, der, wenn er endlich mal zum Degen greift, zielsicher den Falschen absticht.

Andererseits hat die Stückwahl ihren Reiz: Schließlich haben sich gerade die entscheidungsstrotzenden Masters of the Universe von der Wall Street als jämmerliche Versager erwiesen.
 

Filbingers Stuttgarter Erbe

Der junge Dänenprinz, der nicht so recht weiß, was er tun soll, braucht jedenfalls Orientierung. Und Volker Lösch, immer für eine starke Regie-Hand gut, sorgt in Stuttgart wie gewohnt für klare Perspektiven. Die zündende Schlüsselidee für seine Inszenierung hat er sich bei dem lokalen Bildhauer Peter Lenk ausgeborgt. Lenk, ein figurativer Gestalter mit einem Hang zum Karnevalsscherz, hat schon Martin Walser für seinen Heimatort Überlingen als muffigen Reiter mit ältlichen ...

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Theater heute März 2009
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Franz Wille

Vergriffen
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